494 N-:cturdienst. Entf1c1Iung. Terminus einsöhärfte, wär aber in unserm engem Sinne keine gottes- dienstlici)e. Die Handlungen, die zum eigentliä)en Gottesdienste gehören, bes(ihränkt Grimm (Myth. 26) auf Gebet und Opfer. Nach dem von ihm selbst M. 1202 gegebenen Winke füge ich als ein drittes nnd) die Um- ziige der Götter und ihre Feste hinzu. 132. Gegenstände des Cultns. Wir haben im zweiten Buche nur belebten Wesen eine Stelle einge- räumt; inwiefern auch leblose Dinge Gegenstände der Verehrung waren, ist I. 54 angedeutet, muß aber hier noch näher erwogen werden. Jst man doch in der Behauptung eines Naturcnltus der Germanen, der nur sehr bedingt zugestanden werden kann, Z. 54, soweit gegangen, neben ihm eigentliche Götter wenigstens für das engere Deutschland zu läugnen, wo sie doch eben Tacitus, auf den man sich zu berufen pflegt, bezeugt, indem er drei der höchsten ,Götter mit römischen Namen nennt, während er für andere die einheimisrhen angiebt, wozu ich anf;er Nerthus, Tnisto, Mannus und seinen drei Söhnen und ans;er jener dem Castor nnd Pollux ver- gliehenen Zwillingsgottheit Alci die dentfehe Jsis zahle. Wenn er daneben für einen Baum- nnd Waldcnltns der Germanen zum Zeugen aufgerusen wird, so will er in den so mifsbranchten Stellen (c. 9. 43) nur Tempel nnd Bilder verneinen. Mit mehr Schein zieht man Cäsars S. 154. 400 erwogene Aeußernng an nebst einer Reihe von eifrigen Christen gegen das schon unterdrückte Heidenthnm geschleuderter Beschuldigungen, die von rohem Baumeultus sprechen, ja ihn für jene Zeit, wo das Andenken der Götter schon getrübt war, nicht ganz unwahrscheinlich machen. Für die späteste Zeit, wo Heiden- thum neben dem Christenthum ohne Anleitung der Priester sieh sorterhielt, ,wo die Namen der alten Götter schon verschollen waren und man nur noch ihrer Symbole gedachte, die Ehrfurcht vor den Elementen sich sehrankeulos geltend machte, fiir diese Zeit kann solche Verirrung zugestanden werden Zin- gerle Sitten 120. Dazu kommen noch absichtliche Entstellungen in der Zeit, wo Christenthum nnd Heidenthum noch im Streite lagen; da war es na- tiirlirh, das; man dieses von der unvortheilhaftesten Seite darstellte, daß man ihm Manches missdeutete und verkehrte, ja ausbürdete, Inn es der Rohheit beschnldigen zu können, wie es denn wirklich eine frühere where Anschauung von den göttlichen Dingen enthielt, Genauer betrachtet läugnet aber Cäfar nur andere als siehtbare Götter, und felbst jene späten Zeug- nisse sprechen doch zugleich von Opfern, die an jenen geheiligten Stellen den Dämonen dargebracht seien;. als Dämonen werden aber hier dies Götter bezeichnet. Auch hängt allerdings an Steinen, Pflanzen nnd Thieren, an Wasser, Luft und Feuer, an den Gestiruen manches Mythv-