168 Wold. Woldan. GraswaIdane. J. 62. Einigemal dringt in Wodans Namen ein I ein; so in der nieder- deutschen Form des Namens W6d (Myth. 142), wo dann Wold entsteht. Kann dies; gleich aus W6d verderbt sein, so findet sich doch auch Woldan (ital. gna1dana) neben Wodan (Zeitschr. I, 494), wobei Graswaldane (Gras1vaudan) in Anschlag zu bringen ist. Ob hier Odins winterliches Gegenbild UlIer, deutsch Wöl, oder der Begriff des waltenden, aklwaltenden Gottes hineinspielte, läßt sich noch nicht entscheiden. Vgl. J. 91. Jeden- falls wäre das Christenthum dabei nicht im Spiele gewesen, das vielmehr bemüht war, den übeln Begriff hervor-zukehren und mit Anknüpfung an das wilde Ungestüm, das sich schon in der heidnifchen Anschauung mit Wuot und Wuotan verband, den Gott zu einem Wiitheri(h herabzuwiir- digen. Allerdings hatten schon die Heiden die heftige, leidenschastliche Seite mehr hervorgekehrt als die sanfte und milde. Im Sturm der Elemente wie im Toben der Schlacht sprach er vernehmlicher zu ihnen als im linden Sänseln des Hains. Wie er alles Leben weckte und er- regte in der Natur wie im Geiste, so- ging besonders der kriegerische Geist von ihm aus, jener germanischeHeldengeist, der in der Völkerwan- derung das Weltreich der Römer über den Hausen wars und in der doppelten Lautverschiebung die Sprache aus ihren organischen Fugen riß. Noch später waltete er in der unbiindigen SchIachtbegier, die aus den Berserkern knirschte, wie in dem tollkühnen Unternehmungsgeist der Wi- kinge, der das neue Weltreich Karl des Großen im Tiefsten ersehiitterte. Erst in den Kreuzzügen, wo der furo1- teutonic-us noch manchmal erwähnt wird, tobt diese Kampflust sich aus, der hier ein heiliges Ziel gewiesen war, die aber keines äußern Antriebes bedurft hätte, weil sie den Kampf um des Kampfes willen suchte. Aber schon das Heidenthum hatteE;"diesem Heldengeist eine religiöse Weihe zu leihen gewust. In der Trilogie Odin, Wili und We sehen wir ihn verdreisacht: als Wili erschien er als der mächtige Wille, der den Schmerz verachtete und dem Tode trotz,te; als We lieh er ihm die religiöse Erhebung, die Entschluß nnd Willen heiligte, ihnen im Hinblick auf die"Herrlichkeit Walhalls Weihe und freu- diges Beharren verlieh. Jn Wili (got. vi1ja, voluntas und vo1upt-is) sieht Grimm (Ueber den Liebesgott 14) wie in Odins Beinamen Wunsch (Oski) eine Gottheit des Liebens, Begehrens, Denkens, Meinens, Trach- tens und Sehnens. 62. Beinamen. D. B werden zwölf Beinamen -Odins aufgezählt, vielleicht nur wegen jener Neigung zur Zwölfzahl: eine viel größere Menge legt ihm Grim- nismal bei, und auch dieß Verzeichniss ließe sich noch vervollständigen. Wesen D. 2l gesagt wird, zu den meisten dieser Benennungen habe