150 AlIgemeiner Krieg. Birkenbaunt. weltentvölkernde Krieg losbrechen. Nach der schleswigschen Sage wird die Niederlage so groß, daß von dem Heere des weißen Königs-, der den schwarzen besiegen soll, die Uebriggebliebenen von Einer Trommel es;en können und der König selbst wird nach der Schlacht an einer Trommel seine Malzeit halten. So soll Holger danske (Myth. 313) zurückkehren, wenn nicht mehr Männer in Dänemark sein werden als ihrer Raum aus einer Tonne haben. Nach der neuesten schweizerischen Fassung wird die Schlacht so mörderisch sein, daß die Pferde bis ans Gefieser im Blute stehen; die Sieger werden einander fragen, ob sie in einem oder zwei Wirthshäusern einkehren wollen: da werden sie in einem einzigen Platz genug haben. Rochholz l, 61. Nach der wesifäl. Sage (Kuhn 205) wird man bis an die Eulen im Blute waten; die Schlacht selbst soll beim Birkenbaum in der Gegend von Werle stattfinden: das ist der Name einer Haide in der Nähe des Dorfes Bremen; wahrscheinlich hat dort einst ein solcher Baum gestanden. Gleichwohl wird man auf die alte Esche zuriickgewiesen, denn Neocorus, indem er von der Linde zu Siiderheistede spricht, die ihres Gleichen nicht gehabt, fügt doch hinzu: außer in Schilsche in Westfalen. Dies; Schilsche, sagt Kahn 209, ist der auch noch heute in der Volkssprache contrahierte Name für Schildesche bei Bielefeld. Gemeint ist also wohl die Esche, an welche der Kaiser seinen Schild hängen soll. Den weißen König, der dem schwarzen (Surtur) entgegensteht, deuten Grimm und Mitllenhoff ausFreyr; doch scheint der Gegensatz des Schwar- zen, der im Gedächtnis;-; geblieben war, diese Bezeichnung gewirkt zu haben; sein weißes Pferd weist eher ans Odin, während Freyr meist fahrend erscheint. An den ,witten God"glaubt man auch in den N,iederlanden. Hier ist es nur ein einziger Gott, der zur legten Schlacht reitet; badische Sagen (Baader 67. 142) wissen von zwölf bergentriickten Männern, also der vollen Zahl der Asen: sie kommen, wenn Deutschland in der grösten Noth ist, hervor und befreien es von seinen Feinden. Sollten nicht schon die sieben schla- senden Männer, deren Paulus Diaconus l, -I gedenkt, hieher gehören? Man hat den im Berge schlafenden Kaiser für Baldur oder Allvater ausgegeben. Aber AlIvater schläft nikht, er waltet, Hrasn. I, und Baldur kämpft die legte Schlacht nicht mit: er erwartet in Frieden ihren Ausgang, um dann von seinem neuen Reiche Besih zu ergreifen. Die Raben, die um den Berg fliegen, die Helden, die mit dem Kaiser zugleich entrückt sind, unzählige mit ihren Pferden, die Rüstkammer, die von Waffen starrt, das Horn, das neben dem Kaiser hängt, und in das er stoßen soll seine Gefährten zu erwecken, endlich sein Auftreten im.Kampfe selbst, in blanker Rüstung auf dem weißen Rossi, alles zeigt uns, daß hier von Wodan noch Erinnerungen haften.