Walserfeld. 149 Welt kann sie von Neuem zu grünen anheben, und die verd1,1nkelte Sage meldet dies; Ereigniss zu früh. So ist das Walserseld nichts als die Ebne Wigrid oder Oskopnir; daß der Kaiser an Odins Stelle getreten sei, verriethen uns schon seine Raben; der rothe Bart könnte von Th6r ent- liehen sein und der Name Friedrich, ja die Bergentrückung von Freyr, wie wir bei dessen M1)thus sehen werden. Der Kaiser schläft aber nicht allein: seine Helden, die Einherier, finden wir in vielen Sagen mit ihm in den Berg entrürkt; seine Rüstkammer ist voller Waffen und in den Ställen stampfen die Pferde ungeduldig im Schlaf; ja nach Einer Sage sucht er deren Zahl noch zu mehren, damit Er und sein Heer zum legten Kampf besser beritien sei, und so wird er auch dieß Heer selbst noch zu stärken bedacht sein. Warum er aber versunken ist, warum er im Berge schläft, kann uns erst deutlich werden, wenn Freyrs Mythus abgehandelt ist. Uebri- gens gestattet die Sage auch neuern Helden einzutreten: so schläft Prinz Karl im Fichtelgebirge mit viel tausend Kriegern, und als im Jahre 1848 Nachrichten von Siegen der Jtaliener über die österreichischen Truppen verbreitet wurden, hieß es: ,Es geht halt so wie die ,Willeweis' prophe- zeit hat: in Welschland wird es unsern Leuten so schlecht gehen, daß die Meisten zu Grunde gehen. Wenn es aber so weit gekommen ist, daß der Kaiser mit seinen zwei letzten Soldaten durch den Kuntersweg hereinzieht, wird der Sandwirth erscheinen und die Leute ausbieten. Dann giebt es einen so großen Landsturm wie er noch nie dagewesen ist und die welschen Rebeller werden für immer geschlagen sein. Viele Leute glauben zwar, daß der Sandtvirth zu Mantua erschoßen worden sei. Dies; ist aber erlogen. Er hat sich nur versteckt nnd lebt in der Sarner Scharte oder im Jfinger.' Zingerle Tyr. S. 203. Den Jfinger kennt man Ober aus K. Oswalds Sage als einen Wodansberg. Dem Birnbaum aus dem Walserseld entspricht in einer schleswigschen S0ge (Müllenhofs S. 378) der Hollunder in Nortorf, und so finden W) vielerlei Varianten, jede Provinz hat ihre eigenen; aber in allem We- sentlichen bleibt die Sage sich gleich. Dort wird erst eine rothe Kuh über eine gewisse Brücke geführt: es sind Muspels Söhne, die Flammen, die über Bifröst reiten. Wie Mannhardt Germ. M. S. 332 bemerkt, soll Mc) einem deutschen Volksliede eine bunte Kuh den gläsernen Berg hin- Nil getrieben werden. Vgl. Schwarz Heut. Volksgl. S; 132. Eine solche Brücke, spielt auch bei uns am Niederrhein eine Rolle in den Weif3agungen US s. g. Spielbernd, die im Jahre 1848 wieder so viele Gen1iither be- unruhigten, obgleich sie nur verwirrte Nachklänge der uralten Vorstellungen vom Anbrnth des großen Weltkampss sind, der seht als Au-I-brach eines allgemeinen europäischen Krieges gefaßt ward. Jene Brücke sollte seht bei Mondorf über den Rhein geschlagen weiden nnd darauf der allgemeine