36 Yggdtafil. Lä1-ad. .Heidrün. 5.19. Die mythis(hen Welten, Himmel und Himmels- bargen. 19." Die Weltefihe. Bisher sahen wir, wie die wirkliche Welt nach dem Glauben unserer Väter entstand und gebildet ward, und welchen Antheil die Götter an ihrem Bau und Ausbau nahmen. " Außerdem wißen aber unsere Quellen auch von Gebäuden, ja ganzen Welten rein mythischer Natur. Diese sollen, mit Ausnahme derjenigen, welche erst nach der Erneuerung der Welt in Betracht kommen, hier besprochen werden. Das ganze Weltgebäude wird vorgestellt unter dem Bilde der Efche Yggdras il. Odin selbst stellt sich in ,Hawamal' als eine Frucht des Weltbaums dar, und da Yggr (Schauer) ein Beiname Odins ist, di-erst! aber Träger zu bedeuten scheint, wie es sonst auch von Pferden vorkommt, so mag Ich hieraus der Name erklären. Diese Esche, heißt es D. 15, ist d.er gröste und beste von allen Bäumen: seine Zweige breiten sich über die ganze Welt und reichen hinaus bis über den Himmel. Drei Wurzeln halten den Baum aufrecht, die sich weit ausdehnen: die eine zu den Asen; die andere zu den Hrimthursen, wo vormals Ginnuugagap war; die dritte steht über Nislheim, und unter dieser Wurzel ist Hwer- gelInir und Nidhö ggr nagt von unten auf an ihr. Allein die Meldung, daß die erste Wurzel zu den Asen reiche, muß auf einem J-rrthum be- ruhen, denn da die Zweige des Weltbaums hinausreichen sollen über den Himmel, so kann nicht auch eine seiner Wurzeln zu den Asen gehen. Um den Baum "aus seiner schiefen Lage zu bringen, vergleiche man Grimnism. 31, wo es heißt: Drei Wurzeln strecken sich nach dreien Seiten Unter der Eiche Yggdrasil. He! wohnt unter einer, Hrimthursen unter der andern, Aber unter der dritten Menschen. Jene Wurzel reicht also nicht zu den Asen, sondern zu den Menschen, und nun kann der Baum seine Zweige über die ganze Welt breiten und über den Himmel wölben. Sein über Walhall reichender Wipfel wird aber D. 39 durch Missverständniss als ein selbständiger Baum aufgefaßt, mit Namen Las-rad (Siillespendend). An seinen Zweigen weidet die Ziege Heidrün, von deren Euter so viel Milch fließt, daß sie täglich ein Gefäß füllt, aus dem die Eiuherier, die in Odins Halle aufgenom- menen, im (Einzel-) Kampf gefalIenen Helden und Könige, vollauf zu trinken haben; ferner der Hirsch Eikthyrnir, von dessen. Gehört! so viel Tropfen fallen, daß sie nach Hwergelmir fließen und die Ströme der Unterwelt bilden. Von beiden spricht auch Grin1nis1n. 25. 2(3: