Geschicke der Welt und Die Götter. der Entstehung und Ausbau der Welt. 6. Ursprung der Dinge. Von einer Schöpfung zu sprechen enthalten wir uns, da bei der eddischen Erzählung von der Entstehung der Welt, welcher wir hier folgen wollen, ein Schöpfer sich verbirgt; das; er vorhanden war, sagt ausdrück- lich nur die verdächtige D. Z; doch scheint der Name Gaut, hochdeutsch G6z, den wir an der Spitze deutscher Geschlechtsreihen finden, darzuthun, das; es an dem Begriff eines Gottes, der die Welt aus sich ergos;en habe, nieht fehlte. Das Wort Sehöpfung vermeiden wir auch weil es schon einen Urstoff ooransfet3.t, aus dem geschöpft wird. Einen solchen nimmt unsere Mythologie so wenig an als das Christenthum. Außer jenem verborgenen Gotte, der einstweilen noch zweifelhaft bleibe, nehmen andere Götter an dem Ursprung der Welt offenbar Antheil; aber nieht an der ersten Entstehung der Welt, mit der sie selber erst entstanden sind, nur an" ihrem Ausbau. Unsere Erzählung geht von einer Zeit aus, da noch nichts war als ein öder unerfiil1ter Raum, Ginnungagap genannt, wörtlich Gassen der Gähnungen. So heißt es in der Wöluspa nach D. 4k Einst war das Alter, da Alles n"ieht war, Nicht Sand noch See noch salzge Wellen, Nicht Erde fand sich noch lIeberhin1mel, Gähnender Abgrund und Gras nirgend. Damit stimmt zum Theil wörtlich die noch aus der heidnifchen Zeit herrührende erste Strophe des Wessesbrunner Gebetes: Das erfuhr ist) unter Menschen als der Wunder meistes, Daß Erde nicht war noch Ueberhimmel, Noch Baum noch Berg war bis dahin, noch Sonne nicht schien, Noch der Mond nicht leuehtete, noch die mächtige See. Die ungeheure Kluft dieses Abgrundes muste erst erfüllt werden ehe die Welt entstehen konnte. Das geschah auf folgende Weise. Schon manches "Jah1-hundert vor. Entstehung der Erde hatte sich am nördlichen Ende