Mit Erforschung unserer Alterthiln1cr ist es nicht schon gethan: sie wollen Neuerthtlmer werden; das Erbe unserer Väter will zum Nutzen der Enkel ver- wandt sein, die versunkenen endlich erl"osten Schätze unserer Vorzeit dürfen wir keiner zweiten Verwünschung anhein1sallen lassen: wir mltßen sie ummünzen oder doch vom Rost befreit von Neuem in Umlauf setzen. Den vaterländischen Göttern gEUUgt es nicht, wenn ihre Bildsäulen in Museen aufgestellt werden, sie wollen in unsern Herzen ihre Auferstehung feiern. (Aus der Einleitung zur Edda.) Mit dem Hervorziehen unserer alten Poesie ist es nicht gethan. Aus dem SChUkk der Jahrhunderte in den Staub der Bibliotheken, das ist ein Schritt aus einer Vergessenheit in die andere. Dem Ziele führt er nicht merklich näher. Dieses ZEIT ist das Herz der Nation. Wenn da einst unsere alte Dichtung ihre Stätte wiedcrftndet,dar1n ist Dornröschen aus dem Zauberfchlaf erweckt, dann iCk)IHlIk DE! Mitte Baum auf dem Walferselde wieder aus, dann hängt der alte Kaiser HAVE Skhild an den grünen Ast, dann wird die Schlacht geschlagen, die WITH Dis Wie Unserer Verlornen Prooinzen an Deutschland zurücIbringt. (Aus der Vorrede zum Beowuls.) - , Wie die WEIkEfOhe aus dem Brunnen der Urd, der ältesten Norne, begoßen Wird- damit ihre Seiten nicht dorten und faulen, so muß das Volksleben aus Dem VVkUe de! VEkAUl1genheit ersrischt werden, aus dem Strome der Ucberliese- Ums- Mk MS der Vorzeit her-slies3t. Die Geschichte muß dem Volk, wenn auch W! ZU GOikUik der Sage, gegenwärtig bleiben, wenn es nicht vor der Zeit altem soll. S. 4() u. Vor Allem gilt das von unserer Mythologie, denn auch die Götterlehre, des! Alte GU?kEYViMfk Ist Poesie, die älteste und erhabenste PoeHe der Völker, und wie die früheste Quelle der unsern, die Edda, Urgroßn1utter bedeutet, die Urgroß- 1nutter aller deutschen Sage .und Dichtung, so ist in der deutschen Mythologie eine Poesie niedergelegt, die in allen deutschen Herzen anklingt, weil sie das lau- tete Gold unseres eigenen Sinnes ist, unser bestes und ältestes Erbe, das wir nicht verwahrlofen sollen. Darum muste der von Grimm gehäufte Schatz mh- thologischen Wißens gen1ehrt, durch Deutung geistig.verwerthet und aus den offenen Markt der Nation gebracht werden. Die Nation hat fiel) nicht unerkenntlich er- wiesen, da, nachdem 1864 die zweite Auslage erschienen war, schon 1869 feine dritte, 1874 eine vierte und jetzt eine sllnste verfandt werden durfte.