333 menscbenfreundliche Genien gemildert, welche sie umspielen, sich an dem angesponnenen Lebensfaden erfreuen, an dem fortgeleiteten Theil nehmen und von Schmerz ergriffen werden, wenn die grausaine Scheere ihn zerschneidet. Das selige Gefühl, welches das Leben im Element der Begeisterung hervorruft, ist in einer Anzahl der schönsten Nymphen, die man auch flügellose Psychen nennen könnte, ausgedrückt, welche Ich in und um diesen Brunnen bewegen. Einige smd fast ganz in das heilige Element eingetaukht, andere schöpfen, gießen und spenden es in den anmuthigsten Stellungen. Oben rückwärts zunächst die Musik des Waldes. Ein Hirt, die Syrinx dlasend, von Frau, Kind und Thier umgeben, wie ein sanfter Klang aus der Ferne, nur leicht angedeutet. Wie auf der einen Seite sich der Held dem heiligen Brunnen nahte, so auf der andern, etwas höher, Werkleute, zwei Jünglinge mit Winkelmaß und Loth, der bereits im Schöpfen begriJene Dichter nnd unten der schon bejahrte Gesetzgeber, iim eben so für ihr Wirken die höhere Weihe zu empfangen. Darauf folgt schon bei anbrechendem Dämmerscheine die Werkstatt des bildender: Künstlers CRauch7s Züge tragcndJ, welcher, von dem Genius neben ihm begeistert, emsig an einer Reliefsigur meifzelt, während Gehülfen mit dem Messen durd; das Loth und mit der Bearbeitung des rohen Steinblocks beschäftigt Jud. Die Natur selbst führt gefällig auf Verzierungen hin, und der Acanthus schlingt sich in der Nähe jener Werkstatt um die Formen des korinthischcn Eapitäls. Die Weinlese, wobei Jünglinge von der sich an den Tempel lehnenden Weinlaube Trauben herabreicheu , die ein Knabe unter Aufsicht eines mit Weinlaub bekränzten Alten tritt, kündet den gekommenen Abend sund Herbst. Die zugleich hereinbrechende Kühle erfordert schon die heimliche Flamme des Heerdes, woran die Mutter das sich am Glanze freuende Kind wärmt. Oben nach vollbrachten Thaten zuriIekkehrende Helden, der Anführer von einer Blei toria bekränzt. Mit der Nacht und dem Winter, die jetzt folgen, hat sich zwar auch das Alter eingestellt, doch ist mit der Jugend nicht zugleich die Begeisterung von ihm gewichen, sondern se erquickt es noch in verschiedener Gestalt. Ein Alter, an einen Baum gelehnt, sieht dem Reigentanze der Musen zu, die ihn noch spät im Mondesglanze besuchen. Ein ergrauter Weiser schnitt, auf hohem Felsen am Meere sitzend, in den Nachthimmel hinaus, um den Lauf der Sterne zu ergrüiis den, in der Nähe ein Fels am Meere, worauf entlaubte Bäume. Psyä;e, welche ihm indes: in seiner Wohnung die Lampe angezündet, schaut sich sorglich aus der T.hür derselben nach ihm um. In einem am Ufer des Meeres hingestreckten Greise, dem das Element, in dessen Betrachtung er versunken ist, in Gestalt einer ihm winkenden Nymphe entgegenkommt, ist der geheimnisvolle, sehnsiichtige Zug, welchen das Wasser aiif den Menschen ausübt, angedeutet. Während ein kühner Schiffer, Schinkel7s Züge tragend, den Gruß von einer der tanzenden Musen, die ihm die Hand reicht, empfängt, stößt ein anderer schon das Schiff mit dem Ruder ab, um in das weite, mondbeglcinzte Meer hinauszufahren und jenseits desselben die Begeis sterung der Musen auch nach fernen Welten zu tragen. Am nächtlichen Himmel steigt Selene auf ihrem Gespann zum Meere hinab. 12. Traum am Tumulus, Ahnung eines neuen Tages. 22k Zoll hoch, 2 Fuß lang. .Der Schluß des Jrdischen und seine Verklärnng. Auf einem Grabhügel, der Ach am Ufer des Meeres erhebt, so daß, wie Homer sagt, die Schiffer ihn in weiter Ferne sehen können, sind die Angehörigen des Dahiugeschiedenen schon am. frühen Morgen zur Trauer versammelt. Oben ruht die Mutter mit dem kleinsten Kinde, dicht neben ihr der älteste Sohn, von jest an ihr Schiiher. Zunächst ein Blumen auf das Grab streueiider Knabe, von einein älteren gehalten,szur Seite ein Jüngling mit einer Palme. Ani Fuße des Tumulus, der sich in mehreren Stufen erhebt, sechs Jungfrauen in lebhaften Gebcrden des Schmerzes am Boden hingestreckt. Hinter Mist schönen, sich dunkel abhebeuden Gruppe steigen am Hinii met die l3ichtgenien des Morgens , unbekümmert um das vergcingliche Dasein der Sterblichen und die irdische Trauer, in den schönsten Gestalten nnd Bewegungen mit dein Ausdruck heiliger, seliger und heiterer Feier in unvergänglicher Frische empor und verkünden den Anfang eines neuen Tages, welcher mit der Sonne hinter Wolken emporzusteigen verspricht.