332 in Schutz vor den verfolgenden Nachtgeschöpfen. Auf Bestellung der Erde deutet das Gärtnerpaarj Morgenthan rieselt aus der Kanne auf die Fluren herab. Ein Harfenchor in, Morgenwolkeu verkündet den Aufgang der Sonne, unter ihm erheben sich singende Lerchen aus bethauten Kornfeldern. Das Morgengeftirn, die Venus, folgt der Sonne und deutet dem Eros sein beglückendes Amt auf der Erde an. Aus dem Morgengewölk erheben sich zwei weibliche Wesen, heitere Bilder der Hoffnung für den kommenden Tag nnd der Verehrung. Jn dem Gewölk der Sons nenglorie führen zwei Genien, Verboten der Grazien, die heiligen Schwäne des Sonnengottes. Der Sonnengott Helios entsteigt mit seinem Viergespann dem Meere, zur Beleuchtung der Welt, ihm voran schweben die Grazien, um sie zu verschönern, und 3Phosphoros. Unten die Wirkung der Sonne auf Meer und ges birgiges Gestade. Entwickelung des Lebens auf der Erde vom Morgen zum Abend, in vier Tableaux, an. die vier Jahress und Tageszeiten anknüpfend. 22H Zoll hoch, 9 Fuß 4z Zoll lang. Gouache. sJm Januar 18Z1 angefertigt; Zu Anfang des Bildes am Gestade des ruhigen, vom Morgenroth erhellten Meeres, auf einem von Palmen und anderen füdliehen Pflanzen schön bewachsenen Hügel weilt eine Hirtensamilie bei ihrer Heerde, glücklich im einfachen harmlosen Dasein.. Am Fuße des Hügels, wo die ßlbernen Wellen das Ufer sanft bespiilen, seht die schöne jugendliche Sibylle, von anderen Jungfrauen in seliger Ruhe ums geben, vor ihrer Höhle, im Begriff, die Ahnnngen der Zukunft, welche in ihr aussteigen, ans ein Palmenblatt zu schreiben, wodurch die Aufmerksamkeit des jugends lichen Geschlechts gefesselt wird. Nahe dabei ruht an dem sprndelnden Quell der Dichter ; die Begeisterung, welche sein Genius, ein gefliigelter Jüngling, ihm eins flößt, tönt von feinen Lippen. Ein anderer Jüngling fächelt ihm mit seinem Platte Kühlung zu, während ein Dritter scherzend die Hand dem Strahle des sprudelnden Ouells entgegen hält. Rückwärts, in der Hütte des Dichters, die Muse und Pshihe, beschäftigt, die Saiten auf seiner einfachen Lhra zu spannen. Zwischen der Sibylle nnd dem Dichter aus Bergwäldern herabsteigendes wildes Jcigervolk, angezogen nnd gezähmt durch die Vegeisterung, welche beide spenden. Wie die Schönheit sich dem Sänger in Sprache und Ton offenbart, so wird sie in der nächsten Gruppe zuerst durch die bildende Kunst für die Ansä;auung festgehalten. Ein Jüngling ist bei schäftigt, den auf eine Steinwand geworfcnen Schatten des Profils seiner knieenden Geliebten, deren Kopf von einem anderen Mädchen gehalten wird, damit sich der Schatten nicht verrücke, mit Kreide nachzuziehen. CEine Episode von besonderer Schönheit, auch Entstehung der Malerei genannt.J Darüber die jugendliche Lust an der Ausbildung der Kraft und Gewandtheit. Schlanke junge Männer schießen um die Wette nach einer an einem Baum befestigten Eule. Die Siegesi göttin fährt dem Einen die Hand. Ein Greis und Kinder nehmen .zuschauend lebi haften Antheil. Die Ernte zeigt an, daß es Mittag nnd Sommer geworden. Jünglinge und Mädchen schneiden Getreide und binden Garben, deren eine von einem sKornblnmenkranz umschlungen ist; Knaben scherzen im Kornfeld. Daneben der Hirt mit seiner Heerde. Doch auch hier fehlt es nicht.a,n höherem Genuß. Unter dem kühlen Schatten eines Baumes greift ein bockcndes. Mädchen in die Saiten der Lyra, auf deren Töne ein neben ihr stehendcr Jüngling mit der Doppelflhte lauscht. Der Kampf für das Vaterland ist durch einen jungen Helden bezeichnet, den die Muse mit dem in seinem Heime aus der Hippokrene geschöpften Trank zu schöner nnd kühner That begeistert. Ein junges Mädchen, welches eine Nymphe, die im Schöpfen des begeisternden Tranks begriffen ist, .ncit demselben begießt, deutet den unschuldigen Muthwillen mit dem Elemente der Phantasie an. In der Mitte des Bildes auf dem Gipfel des Helikon erscheint das weiße kühn schnaubende Musen. roß mit mcichtigeniSch1vingen, als ein Wesen göttlicher Art, von jungen unschuldigen Nymphen geliebiost und verehrt, von einem schönen liebenden Paare als ein Wunder angestaunt. Der unter des Rosses Hufen entspringende Quell verschleiert, in den von ihm gebildeten Brunnen der Begeisterung herabstürzend, die Oeffnung einer großen Höhle, in deren nächtlichem Schooße die unerbittlichen Schicksalsgöttinnen ihr schreitliches Amt verwalten. Jhre Furchtbarteit wird aber außerdem noch durch