164 nnd der gesonnen war, früher als wir aus England direct nach Berlin zurückzukehren; er kann vorläufig einige mündliche Relationcn unserer Reise ins Hochlaud bringen. Lebe wohl, liebste Susannej es sehnt sich sehr nach Dir Dein Schinkel. C Eleve, den August I826.J Liebste Susanne. Du hast hoffentlich durch Herrn Tanneni berger und Professor Stein meinen letzten Brief aus LondonIJ empfangen und mündlich von ihnen gehört, wie wir zu gleicher Zeit in See gestiegen sind; seitdem bin ich nun glücklich über Ealais, Brügge, Gent, Brüfsel, Lüttieh, Aachen, Cöln hier ans gekommen, nachdem ich. in Seraing bei Lüttich Deinen lieben Brief empfing, den Mlle. Beuth an Herrn Cockerill2J adresscrt hatte. Wir haben dort einen sehr angenehmen nnd intereJanten Tag verlebt und viel Güte genossen; Herr Cockerill hat uns bis Aachen begleitet. In Cöln habe ich auf einen Augenblick Begasl Frau gesprochen; er war ausgegangen. Sie hat mir auch noch mancherlei Nachrichten von Dir mitgetheilt. So sehr wir uns beeilt haben, ist es doch unmöglich, so schnell nach Berlin zulkommen, als Herr Bürde3J es wünscht; ich hoffe aber, daß dabei nichts verloren ist, denn ich möchte gern, ehe ich dem Könige E; Diesen Brief Schinkells vom Z. August habe ich fortgelaHen, weil ders selbe hauptsächlich nur FamiliensNachrichten enthält. Am 3. August feierte Schinkel Königs Geburtstag bei Graf Lottu1n, der statt des nach Berlin gereiften preußischen Gesandten ein Dine,r gab, und fuhr am darauf folgenden Sonnabend nach Calais über. 2J John Cockerill aus England, der seit 1816 eine große Maschinenbauans ftalt in Seraing besaß, bei welcher seit 1825 der.König von Holland mit betheis 1igt war. Z; Lebt noch als Architekt in Berlin und war bei mehreren Bauten Schins kelIs, namentlich auch bei dem des Museum als Bauführer beschäftigt. Aus diesem Grunde wünschte er, daß Schinkells Abwesenheit von Berlin möglichst abgekürzt würde, denn am Museum wurde von 1824 bis 1830 gebaut.