140 Unser Reisegeschäft.geht unter uns Beiden aufs beste, wie Du leicht denken kannst, denn Beuth thut mir alles zu Gefallen. Grüße Wilhelm,1J küsse die Kinder, auch den guten Tieck7J er. grüße bestens und sei versichert von der Liebe Deiues Dir treu ergebenen Schiukel. C Frankfurt a. 1826.I April Liebste Susanne. Wir sprachen gleich, nachdem ich Dir den Brief von Weimar sendete, Herrn von Goethe, welcher aber nicht ganz wohl war, auch wegen einer Geschwulst am Kinnbacken Pflas ster trug. Er hatte die Tage zuvor niemanden angenommen und die junge Frau von Goethe sagte mir, daß er schwerlich die Krankenstube verlassen haben würde, wenn nicht solche Gäste ges kommen wären. Uebrigens unterhielt er sich zwei Stündchen sehr heiter mit uns. Wir sollten den Abend bei der jungen Goethe zubringen, schlugen es aber aus, weil wir den alten Herrn doch nicht würden gesehen haben, aßen in unserm Gasthofe nach einer kurzen Promenade in1 Park und gingen dann früh zu Bette. Dienstags früh fuhren wir weiter, hielten uns ein Stündchen in Erfurt und ein anderes in Gotha auf. In Gotha stiegen wir auf die Terrasse des Schlosses, die eine herrliche Aussicht hat, wie denn überhaupt Gotha die schönste Schloßanlage in den sächsischen .85erzogthümern besiHt. Ueber Eisenach ging es nun die Nacht hins durch weiter; es war entsetzlich kalt, hagelte und regnete abwechs selnd während des Tages; die Nacht war ruhiger, bei schönem Mondschein, aber die Kälte nahm zu. Früh Morgens bei Fnlda war alles stark bereist, die Sonne aber kam dann hervor, und es gab einen herrlichen Tag. Wir sahen die Alterthümer in Gelns hausen, aßen da zu Mittag. und kamen nach fünf Uhr in Franks furt an. Hier war so viel Zeit, eine schöne Promenade u1n die II Vergl. Seite 125, Note 3. O Der Bildhauer Friedrich Tieck.