Rafael. 355 Die neuteftamentliche Fortsegung der Bilderbibel gab Rafael nicht mehr in den Logen, wie er wol im Plan hatte. Aber wir besitzen sie in den zehn Tapeten des Vatican, die seit 1514 in Arme; ausgeführt wurden. Hier steigt Rafael aus Auf. dem Genre zum Drama im höchsten und größten Stile Seine Compositionen überbieten alles was er in den Stanzen gemalt hat, durch künftlerische Einheit der Hand: lung und Gestaltungskraft. Sie find feine volIendetften und großartigften Schöpfungen.1 Während Rafael mit seinen vaticanifchen Entwiirfeu beschäftigt war, besaß er so viel innere Freiheit, für das Landhaus Chigi7s heidnisch antike Malereien zu entwerfen. Das anmutige Gemälde der Galatea ist von seiner eignen Hand, und nach seinen Zeichnungen malten Giulio Romano, Francesco Penni , Johann VIII Udine u1;d andre Schiner die Geschichte der Psyche.2 In geht das antike Ideal durch ein durch und wird in ihm nochmals diesen Farnefina:Bildern modernes Empfmden hin: idealifirt. Aber es weht seit Gregor xllI. bis auf Pius 1X., um,zn sehen, daß die echte Kunst: blüte unwiederholbar ist. 4 Die Arazzi schenkte Franz I. zur Canonisation des Franz von Paola. Sie wurden A. 1527 geraubt und kamen in BesiH des Herzogs von Montmorency, der sie Julius Ill zurückgab. Der Leser weiß, daß. 7 Eartons des ganzen Chclus sich zu Hamptoncourt befinden. Die: andern vaticanischen Tapeten in der Tapetengallerie sind entweder gar nicht rafaelisch, oder, wie Kugler urteilt, nur nach kleineren Zeichnungen RafaelIs ausgeführt. T Pungileoni seht die Galalea in7s J. 1511. Rafael selbst spricht von ihr zuerst in seinem Brief an Castiglione A. 15l4: Bottarj Raccolia di Letztere I. 8Z. Wenn die sehr wahrscheinliche Ansicht richtig ist, daß die ,,GalateaU vielmehr Venus sei cnnter andern H. Grimm Michel: angeln J. zu Ende;, so malte dies Bild Rafael wol schon A. 1511. Jst des VlosiUs Pc1lladius Suburbanum Augustini Ohisij CJan. 1512J wird zwar Rafael nicht genannt, aber ein Bild der Venus sehr ge: