1 24 Vierzehutes Buch Zweites Capitel. Durch die Regierung VOU 20 PäPften zog sich der Bau hin, bis, ihn Urban Vlll. am 18. Nov. 1626 als vollendet einweihen konnte, an dem legendären Monatstage nämlich, wo der Bischof Sylvester die. alte Peterskirche sollte einge: segnet haben.1 Die Geschichte seines Baues umschließt da: her zugleich die der bildenden Künste von der classischen Vollendung bis zu ihrer Ausartung, ihrem Verfall, und ihrer zweiten Wiedergeburt, von Bramante, .Rafael und Michel Angeln bis zu Maderno, Bernini und Fontana, ja selbst zu Canova und Thorwaldsen herab, welche die Monu: mente der legten Renaifsance dort aUfgeftelIt haben. Acht Jahre lang baute Bramante, während die alte Kirche teilweise abgetragen wurde. Jn ihrer leidenschaftlichen Hast zeigten Papst und .Baumeister so wenig Pietät für die Vergangenheit, daß sie Denkmäler, Mosaiken, die antiken Säulen des alten Doms meist zu Grunde gehen ließen. Voll Entrüstung sprach sich Michel Angeln gegen diesen Vandalis: mus BramanteYs aus. Selbst schöne Grabmäler aus der Zeit Mino,s, selbst das Monument des Vaters der Renaissance: Cultur, Nicolaus V., wurden in Stücke gebrochen.2 Heute 4 Der letzte Rest der alten Basilika wurde erst unter Paul V. abs getragen. A. 1667 begann Bernini die ,Colonnadens. A. 1780 baute Pius V1. die Sakristei, deren Kosten 900000 Scudi betrugen. Nach einer Berechnung FontanaIs hatte der ganze Bau am Ende seien. XV1l. 46,800,498 Scudi gekostet. Die Reparationen des S. Peter betragen jährlich 30000 Scudi. 2 Vasari VII. 137. Bramante ließ noch stehen den Hauptaltar und die alte Tribune. Wenn jener Vorwurf also nur auf ein Si dies sich gründet, und auch Condivi cp. 27. 28I von Michel Angelo Bramante nur vorwerfen läßt; daß er schöne Säulen zu Grunde gehen ließ, so ist doch an dem Vandalismus nicht zu zweifeln. Es gab nie Pietät in Rom für die Denkmäler des Mittelalters, und ich selbst bin seit Jahren