300 Dreizehntes Buch. VierteS Eapitel. Ein Schauspiel minderes Aufsehen. anderer Natur mashte bald darauf nicht Denn am 22. März 1492 zog der acht: zehnjährige Giovanni Medici als Cardinal in Rom ein. Lorenzo hatte diesen seinen zweiten Sohn längst für die geistliche Laufbahn bestimmt. Mit sieben Jahren war er von Ludwig XI. zu einem Abt in Frankreich, vom Papst zum Protonotar gemacht, und im achten Lebensjahre von demselben Könige zum Erzbischof von Aix ernannt worden, was indeß der Papst nicht bestätigt hatte. I J11 den rohe: sten Zeiten der Christenheit hatten Kinder von Fürsten die höchsten Würden der Kirche erhalten; zu ähnlichen Zuständen War 1l1O.l1 ishr troB der canouischeus Gesetze zurückgekehrt. Lorenzo hatte die Ernennung seines Sohnes zum Cardinal mit allen Mitteln seines Einflusses betrieben; als er sie nun im Jahre 1489 dnrchsetzte, kannte seine Freude keine Grän: zen.2 Doch wegen des zu jungen Alters sollte Giovanni erst nach drei Jahren die Zeichen seiuer.Würde anlegen. Nachdem dies endlich zu Fiesole geschehen war, machte das schon 1nediceisch verknechtete Florenz daraus eine National: feier. Der junge Cardinal Voll Maria in Domnica V er: ließ seine Vaterstadt am 9. März 1492. Rom war ein Triu1ufzug, sein Empfang Seine Reise naO in dieser Stadt am 22. März, fein Aufzug nach dem Vatikan von S. Maria del Popolo aus, wo er itbernachtet hatte, war es nicht min: der. Der Jüngling mit der feinsten Bildung im Hause seines Vaters ausgestattet, zeigte die Sicherheit eines gebore: I Ricordi di Lorenzo, bei Fabroni App. Z Am 10. Oct. l489 schrieb Lorenzo seinem Gesandten nach Rom: la misura. della g1sa.ndezza sua. vj mand0 in questii.: ma da l1jers matti11a in qui1 mi pare cresoiut0 e mutato. Fabroni, App.