Sicbeutes Capitel. l. Die Civilisation im XIV. Jahrhundert. Das clafsischc Heidentun1 wird in den Proceß der Bildung aufgenomm4e11. Dante und Virgil. PetTarca und Cicero. Florenz und Rom. Das XIV. Jahrhundert zerseHte das Mittelalter und er: schütterte dessen Jnstitute in ihrer einseitigen dogmatischen Gestalt, die alte Kirche, das alte Reich, die Feudalmonariehie, die Communalpolitie, die scholastische Methode der Wissen: schast. Der Mensch trat als Persönlichkeit aus den Banden der Kaste, der Faction, nnd des scholastifchen Denksystems. Er zerriß auch die mystischen Schleier des Glaubens. Die Mächte, denen er sich bisher mit blinder Pietät unterworfen hatte, betrachtete er siegt mit niichterne1n nnd kritischem Blick. Er untersuchte ihre Gründe nnd ihre Geschichte; er zog sie von ihren mythischen Sphären in das menschliche Verhältniß herab, und benrteilte sie nach geschichtlichem Maße. Das XIV. Jahrhundert profanisirte die mittelaltrigen Autoritäten des Kaisers, wie des Papsts. Indem sich der Mensch von dem Jenseitigen abwendete, schritt er kühn in die Vergangen: heit zurück, um mit dem classischen Ideal das Christentum zu ergänzen, welches ihn nur für den Himmel hatte erziehen wollen. Er begann die Helden, die Dichter und die Philo: sophen des heidnischen Altertums mit derselben schwärme: rischen Andacht zu verehren, mit der er früher die Märtirer, Gregorovius, Geschichte der Stadt Rom. VI. 42