Berfunkeuheit Nom7S. 427 damals das Land der Todten;4 aber wenn auch Petrarea mit Schmerz bedauern mußte, daß Rom durch Kriege und die lange Abwesenheit von Kaisern nnd Päpften zur Ruine. geworden sei, so zeigte er doch voll Stolz auf die Meerherr: fchaft des gegenwärtigen Jtaliens und die blühende Kraft von Florenz, Bologna, Venedig und Genua. Er ermahnte jetzt den Papst, Rom, das Schönste, was nach dem Ausspruche Virgils die Sonne bescheine, aus dem Verfall zu erheben, zu bevölkern, der Wiederhersteller der Stadt zu werden, und auch die alten ehrwürdiger: Sitten in sie zurückzuführen.2 Die Dichter jener Epoche hatten Rom im Bilde einer in Schutt und Asche wehklagenden Wittwe dargestellt, und Urban dem V. trat der Verwilderte Genius der Stadt viel: leicht in einer noch diisterern Gestalt entgegen. Als er aus dem öden Vatican einen Blick auf Rom warf, als er diese Stadt selbst in Procession durchzog, mußte er sich erschreckt davon abwenden, und die gehäsfigen Urteile seiner Höflinge bestätigen. S Rom konnte zur Zeit Urbans V. mit dem ver: glichen werden, was die Stadt zur Zeit Gregoris des Großen gewesen war, oder sie bot einen noch wüsteren Anblick dar. Denn zu den Ruinen des Altertums gesellten sich auch die des Christentums, zu den zerstörten Tempeln die zerstörten Kirchen. S. Peter war verfallen, S. Paul lag schon Jahre lang auf dem Boden; den Lateran hatte im Jahr 1360 ein 1 Bisse ibi quosdam tu0rum Cardina1i11m, qui negari non posse consentiunt, 1nng11u1n a1jq11id fujsse ltaljam, nunc eandem few 11il1i1 esse. T Der Brief ist seni1. IX. l. Petrarca bebt Vor dem Gedanken, der Papst könne Rom wieder Verlassen. Z Der Vatican war verfallen; der Garten uutergegaugen. Siehe Theiner 1I. n. 408, wo Urban befiehlt, diesen wieder herzustellen.