Bo11ifacius V1lI. und Schöne. der Philipp 563 seine schlechten Rate von sich zu entfernen, und lud die französische Geistlichkeit auf den 1. November 1302 zu einem Concil oder Parlament nach Rom, wo über des Königs Recht oder Unrecht geurteilt werden sollte.1 Ein Sturm der Entriistuug erhob sich am französischen Hof; die Rechtsgelehrten, unter ihnen Peter Flotte und Wilhelm von Nogaret, reizten den König durch Reden und vielleicht auch durch erdichtete päpstliche Schreiben auf; man rief, daß Bonifacius sich an: maße, das freie Frankreich als VasalIenland zu betrachten. Die Päpstliche Bulle, der Hand des Legaten entrissen, wurde am II. Februar 1302 öffentlich in N6tre Dame zu Paris verbrannt, und ihre Vernichtung unter Trompetenschall vom Herold ausgerufen. Die erste Flamme, welche eine Papst: bulle verzehrte, war ein geschichtliches Ereigniß. Der Legat wurde mit Schimpf verwiesen; ein königliches Edict verbot, wie einst in den Tagen. Friedrichs II., dem Clerus die Reise zum Concil; ein vom König am 10. April in N6tre Dame versammeltes Parlament der drei Landesstände bestätigte seine Beschlüsse; Adel und Bürgerschaft boten ihm Unter: stitHung dar, und die Bischöfe, deren frühere Macht bereits in ein Umertänigkeitsverhältniß zum Könige verwandelt worden war, beugten sich willig oder nicht seinem Gebot. Es war das erste Mal, daß der Clerus eines Landes den Papst völlig verließ, und zum Fürsten stand. Als Boni: facius die Briefes empfing, worin die galIicanische Kirche I Buch AuScu1ta Eli, bei D11pUy Hist. du DiEer. a. 48; die an die franz. GeistlichkEit n. 53. Die Acte11stiicke find in den Regesten Bo11if. VIll. verstümmelt, denn Philipp ließ später durch Clemens V. alle Stellen aus; radiren, die ihm zuwider. waren der stärkste Beweis der iclavischen Diens1barkeit, in die er hatte.