Das Jubiliium. 549 in den Nationaltrachten,ihrer Länder, diese zu Fuß, jene zu Pferd, oder auf Karren, Milde und Kranke führend, beladen mit ihrem Gepäck; man sah hundertjährige Greise von ihren Enkeln geleitet, und Jünglinge, welche wie Aeneas Vater oder Mutter auf ihren Schultern nach Rom trugen. 1 Die Campagna und die Stadt erschollen vom unuuterbrochenen Pilgergesang, der die Atmosphäre mit dunkler Schwermut erfüllte. Sie redeten in .vielen Landessprachen, aber sie sangen in der einen Sprache der Kirche Hymnen und Lita: neien, und ihre sehnsüchtigen Vorstellungen hatten ein und dasselbe Ziel. Wenn sie in der sonnigen Ferne den finstern Wald der Türme des heiligen Rom ersGeinen sahen, so brachen sie in den entzückten Jubelruf ,,Romal NomaE77 aus, wie Schiffer, die nach langer Fahrt auftauchendes Land ent: decken. Sie warfen sich zum Gebet nieder, und erhoben sich mit dem inbrünstigen Geschrei: Petrus und Paulus, Gnadeitt An den Toren empfingen sie ihre LEcndesgenossen aus den Fremdenscholen, und Verpflegungsbeamte der Stadt, ihnen Herberge zuzuweisen, doch sie zogen erst zum S. Peter, die Treppe des Vorhofs auf Knieen zu ersteigen, und warfen sich dann mit Ekstase am Apostelgrabe nieder. Ein ganzes Jahr lang war Rom ein völkerwimmelndes Pilgerlager, und von babilonischer Sprachenverwirrung er: füllt. Man sagt, daß täglich 30000 Pilger aus: und ein: zogen, und daß 200000 Fremde sich täglich in der Stadt befanden. 2 Der Umfang Roms wurde nach langer Zeit zum