224 Neuntes Buch. Capitel. Sechste6 entschädigt, während der neue Papst an der Seemacht seiner Vaterstadt einen mächtigen Rückhalt erhielt. Als Cardinal war er mit Friedrich befreundet gewesen; der in ihm einen zur Versöhnung geneigten Prälaten geehrt hatte, seine Wahl daher nicht gerade beargwöhnen konnte. Sie war in jeder Hinsicht ein meisterhafter Zug, und machte der Klugheit der Cardinäle viel Ehre. Wenn das Wort wahr ist, welches der Kaiser auf die Nachricht von Sinibaldis Erwählung soll aus: gesprochen haben: ,,Jch habe einen guten Freund unter den Cardinälen verloren, denn kein Papst kann GhibelIine sein,77 so sah er die Zukunft richtig voraus; wenn es nicht wahr ist, so bezeichnet es treffend ein geschichtliches Verhältniß.1 Durch so lange und kostbare Kriegsziige erschöpft, der Macht des Papsttums sich wol bewußt, wünschte Friedrich 1l. Versöhnung mit der Kirche, zumal seine Absichten durch die feste Haltung Rom7s nicht zum Ziele kamen. Er eilte den neuen Papst zu begliickwiinschen, und sprach in seinem Schrei: ben die Hoffnung aus, durch Jnnocenz IV., seinen wahren Freund, jeHt seinen Vater, den langen Streit geschlichtet zu sehen. Er schickte den Admiral Ansaldo da Mare und seine Grofzrichter Peter und.Thaddäus nach Anagni, und empfing zu gleicher Zeit in Melfi die Friedensboten des Papfts. Nach seiner Weihe am 29. Juni blieb Jnnocenz IV. noch in Anagni, denn hier war er dem Kaiser nahe, mit welchem lebhaft unterhandelt wurde. Erst am Ende der heißen Jahreszeit, am 16. October 1243, ging er nach Rom,