298 Viertes Buch. Capitel. Drittes Paul I. war der erste aller römischen Bischöfe, welcher sich als ein Landesherr auf den priesterlichen Stul Rom,s setzte, denn er übernahm als Papst den bereits gegründeten Kirchenstaat, und mit ihm auch den Widerspruch der Römer, welche, gleichsam aus einer Betäubung erwachend, in ihrem Bischof ihren Dominus zu erkennen, zu hassen und bald zu bekämpfen begannen. Paul hatte noOh vor seiner Weihe dem Wolthäter und Verteidiger der Kirche, dem ,,neuen Moses und Davids, seine Erhebung angezeigt, in denselben Formeln untertäniger Höflichkeit, wie seine Vorgänger gewohnt waren die ihrige dem Exarchen zu melden. So wurde zum ersten: mal anerkannt, daß der Frankenkönig in Bezug auf die römischen Verhältnisse in dessen Stelle getreten war. Die Rücksicht auf den mächtigen Pipin, den Patricius der Römer, war ein uuumgängliches Gebot der Lage, in welcher sich der neugewählte Papst befand, doch sie berechtigt nicht zu dem Schluß, daß dem Frankenkönig das directe Veftätigungs: recht der Papftwahl gegeben war. Paul schrieb an Pipin mit ängstlicher Vorsicht: obwol vom ganzen Volk erwählt, habe er es für gut befunden, den fränkischen Boten Jmmo bis zu seiner Weihe in der Stadt zurückzuhalte1c, damit er sich von seiner und aller Tadellosigkeit und Anhänglichkeit an die Franken überzeugen könne; er versicherte dem Könige, daß er und sein Volk mit Leib und Seele, und bis zum Tode ihm treu ergeben bleiben witrden.1 Pipin antwortete durch einen Glückwunsch, und bald darauf durch die Auf: forderung an Paul, Gevatter seiner Tochter Gisela zu wer: PaulIs erste von 4 Der Cenni xl1. 31 Briefes: , im C0d. Carol. xkII, beim