194 Drittes Bachs Siebentes Capitel. dieser Mosaiken zeigte, schon den tiefsten Verfall, aber der Ge: danke, eine ganze Capel1e musivisch auszusehmücken und das Drama des Chriftentums in einer Folge von Gestalten und Handlungen darzustellen, war für jene barbarische Zeit so kühn, daß er unserer Aufmerksamkeit deshalb wert ist. Wir besitzen noc2 Reste von diesen einst berühmen Mosaiken Johann7s VIl. Als im Jahre 1639 seine Capelle nach einer Dauer von nicht weniger als 900 Jahren niedergerisfen wurde, kam daraus ein musivifches Gemälde nach S. Maria in Cos1nedin, wo dies ehrwürdige Denkmal Les zählt mehr als elf Jahrhunderte3 in der Sacristei eingemauert ist. So roh die Zeichnung nnd die Arbeit ist, so trägt es doch die Züge einer für uns kaum noöh verständlichen Zeit frommer Einfalt und gläubiger Kindlichkeit.1 Johann V1I. soll in seiner Capelle das sogenannte Schweißtuch der Veronica niedergelegt haben. Im X. Jahr: hundert wurde diese fabelhafte Reliquie dort verehrt, nnd sicherlich heute in schon seit geraumer Zeit.2 Auch sieht man noch den Grotten des Vatican eine auf die Veronica Weil dies Tuch im Mittel: I Es stellt vor die Jungfrau mit dem Kinde, griechisch verschleiert, auf reichgeziertem Tron; vor ihr ein Engel; hinter ihr eine halbe Figur, die dem Kinde ein Geschenk bietet, und eine zweite Figur, die vielleicht Joseph ist. Die Arbeit aus schlechten und groben Pasten ist so roh wie jene des gleichzeitigen ST Stephan in S. Pietro ad Vincula. Eine schlechte Abbildung beim CreiZcimbeni Storia della basilica di S. Maria in C0smesdin p. 145. J T Dies entnehme ich aus dem Chr0nic0n Benedicti, Mönchs von S. Andrea auf dem Berg Soracte CM0n. German. V. c. 11J: .J0s hannes pr8,ee1sat pa.pa, qui fecit 0rat0rju111 Sancta Dei genjtricjs, 0pere p11loerrim0, jntra ecc1esia b. Petri apost01i, ubi dioituk a Ver0njce.