Julius 153 tigen scheinen, die beglückende Harmonie dieser 2Nusik schwebt ihnen doch allen wie Sonnenglanz um die Stirn. Die Klänge sind ihnen nur so vertraut, Natur und Umgebung sind so ganz ihr Eigentum, daß sie genießen können, ohne sich zu sammeln, ohne wenigstens gesammelt zu erscheinen. 2Nag auch die Gruppe Petrarcas unter dem 8Lorbeerbai1m sich flüsternd unterhalten, die erhobene Rechte des Jünglings belehrt uns sofort, daß ihnen die Lieder 2lpollos nicht entgehen, und als der greife Dichter der Sappho gegenüber lauter, als erlaubt, sich zu äußern wagte, hat gleich einer seiner Genossen, freundlich mahnend, den Finger an den ZNund gelegt. Nur Homer spricht ganz laut, aber haben ihn nicht erst die Töne des Gottes in so tiefe ErregungsVersetzt, meinen wir nicht, der blinde Dichter 1ausche und rede zugleich, wenn wir ihn, das Haupt zum Himmel erhoben, die x29. Segnatura. della Stanza Verbrennung 1clafsiker. griechischen Rechte tastend ausgestreckt, langsam daherkommen sehen, als triebe es ihn mit un: widerstehlicher Gewalt, dem Urquell der 21Ielodieen nachzugehen, die ihn selbst zu neuen Gesängen begeistert habenP In den zwei Fresken unter dem Parnaß, in Chiaroscuro ausgeführt, setzt Ich ein Gedanke fort, der schon an der Decke im Siege des Apoll über 2NarsYas zum Ausdruck gebracht worden ist. Unter den Konsuln P. Cornelius und B. Pamphilus, so erzählt Valerius Maxin111s in seinen Me111orabilie11, wurde auf dem Janiculus ein Sarkophag entdeckt mit griechischen und lateinischen Klassikern sAbb. 128J. Die lateinischen wurden sorgfältigst aufbewahrt, die griechischen aber wurden verbrannt, weil man ihren Inhalt als religionsgefährlich fürchtete sAbb. s29J. So ist auch hier der Unterschied zwischen wahrem und falschem Wissen und Ver: mögen in naiver Weise durchgeführt, die hohe Aufgabe der Poeße, eine Priesterin Gottes zu sein auf Erden, wird noch einmal mit Nachdruck betont. 5teinmann, Rom in der Renaifsance. 20