316 I1I. Buch Abschnitt. russifche Nachhut vollkommen heran und mit Geschütz und Fuhr: wert in Sicherheit war. Die Preußen marschirten darauf nach Döbeln, die Rassen setzten ihren Weg über Waldheim und Nossen fort. Der Vice:König warf sich nun in den folgenden Tagen auf die Nachhut der Rusfen, und Miloradowitsch hatte noch heftige Naihhutsgefechte am 6. bei Ehdorf Cnahe bei RoßweinJ, am 7. bei Wilsdruf und am 8. bei Kesselsdorf zu bestehen, wobei er zwar alle Energie und Thätigkeit entwickeln mußte, aber doch bewirkte, daß die Franzosen keine wesentlichen Vortheile erkämpf: ten. Die Russen fanden völlig Zeit, auf zwei Brücken, einer Schiffbrücke oberhalb und einer Floßbrücke unterhalb Dresden, über die Elbe zu gehen und die Brücken dann abzubrennen, eh, die Franzosen heran waren. Am 8. Mai um 2 Uhr Nachmit: tags war dieser Uebergang vollendet und alle Verbindung über den Strom zerstört. Dresden, in einer der reizendsten Gegenden des euro: päischen Festlandes, am Fuße des Erzgebirges, von anmuthigen grünen und waldbewachsenen Bergen umgeben, an der goldgelben Elbe, die nach Durchbrechutzg des böhmischen Felsenthores die gesegnete Aue geschlängelt zögernd und wie ungern durchfließt,. um in die weiten Ebenen des Nordens überzugehen, die Stadt voll prangender Gärten, das deutsche Florenz, erglänzte eben in voller Frühlingspracht, als die gegenseitigen zahlreichen Kriegs: heere sie durchzogen. Die Luft war rein, alle Bäume blühten, alle Singvögel waren wach und das Korn auf dem Felde be: reits in Aehren ausgefchossen. Aber der Krieg kehrte sich nicht an diese Zauber. Die breiten Heersäulen marschirten, unbeküm: mert um die Ernte, über das Feld hin; die Reiterei zerstampftes die Saaten und das zahlreiche Gefchütz fuhr sie in den Grund; die Vögel flohen davon vor dem Kriegslärm und dem Kanonen: donner. Napoleon wollte am 8. Mai mit seinem Hauptquartier in Wilsdruf bleiben, als er aber über das Städtchen hinaus war, erhielt er, an der Spitze seines Gefolges reitend, die Meldung, daß der Vortrab des Vice:Königs bereits am Morgen in der Altstadt Dresden angekommen sei. Sofort begab er sich eben, falls dahin. Etwa eine halbe Stunde von der Stadt, unsern des Weg: zollhauses auf der Freiberger Straße, empfing ihn eine aus Mitgliedern der vom Könige von Sachsen eingeseZten Jmmediat: Commissivn und des Magistrats bestehende Abgeordnetenschaft, welche ihm in einer feierlichen Anrede das Wohl und die Scho: