194 Jch werde nun auf das Gebiet der Lands Christ iibergeführt. Es ist dies ein in unserer Zeit mit besonderer Vorliebe augebautes Feld; und wenn die heutige Malerei überhaupt mit derjenigen des 16. und 17. Jahrhunderts concurrirenskann, so ist es auf diesem Gebiete, auf dem die Gegenwart höchst ausgezeichnete Leistungen aufzuweisen hat. Dennoch war ich von jeher der Meinung, die Landschaft, ebenso wie das Genre: und das Architekturbild, dürfe bei Bildung einer Gemäldesammlung nur in zweiter Reihe berücksichtigt werden. Alle diese Gattungen sind erst entstanden und ausgebildet worden, als die große Kunst in Verfall zu gerathen begann; und wie auch das Beste, das in ihnen hervorgebracht worden, doch nur einen untergeord:s neten Rang behaupten kann, wird klar, wenn man selbst einen ausgezeichneten Claude Lorrain oder Ruysdael, den vorziiglichsten Teniers oder Jan Steen einem Raphael oder Tizian gegenüberstellt. Sogar, wenn künftige Landschasts: oder Genremaler die vorhingenannten noch überträfen, ihre Arbeiten wür: den doch, neben einer sistinischen Madonna, einer Grablegung im Louvre, nur auf einer sekundären Stufe der Kunst stehen. Indem ich dieses einriiume, will ich doch sogleich hinzufügen, daß ich gute