294 Hannibal. entgangen war. Uebrigens wurde die Verfolgung bald eingestellt; die Karthager litten selber zu sehr in dem schneevermifchten Regen. Viele ihrer Elephanten kamen um. Jn der ganzen Ebene des Po waren die Römer nun auf ihre Festungen Placentia und Cremona beschränkt und auch mit diesenwar der Verkehr für Rom nur auf dem Flusse selber möglich. Es ist das Land, wo man überall nordwärts noch die Schweizer: und Throler: Alpen im Auge hat, südwärts den nach Südoften rückenden Apennin. Diese Ebene ist jetzt reich bebaut mit Reis und Welschkorn, die Felder getrennt durch Reihen von Ulmen oder Maulbeerbäumen, um welche Neben ranken und war sicher schon vor Alters ertragsfähig genug, wenn auch theilweis noch mit jenen Wäldern bedeckt, die den Römern oft verhängnißvoll geworden. Aber zu lang durfte Hannibal gleichwohl den Stämmen dieses Landes nicht beschwerlich fallen, wenn nicht ein Umschwung zu Gunsten Roms erfolgen sollte. Die leibliche und moras lische Ausdauer der Gallier steht im schlechtesten Ruf bei den Alten. Noch ehe der Winter vorüber war, versuchte darum Hannibal den Apennin zu übersteigen. Aber vor Kälte und Unwetter mußte er wie: der umwenden und verlor sieben von den noch übrigen Elephanten. Auch über den Apennin führen nur wenige Päsfe. Der jetzige Hauptweg, die Eisenbahn von Bologna nach Pistoja, zieht am breiten GerölIbett des Rhenusflusses, der ne oft verwüftet, aufwärts und durch: löchert in langen Reihen Von Tunneln Cmanche von sehr bedeutendes: LängeJ das mäßig bewaldete Gebirg von Schlucht zu Schlucht, immer höher, bis endlich in großen Kurven, abermals durch die Bergrippen hindurch und auf hohen Bogenbrücken über die Thäler weg, das Hinab: steigen in ein anderes Italien, das eigentliche Jtalien, das Land der Oliven und Chpressen, erfolgt. Nur dieses Land südlich vom Apennin konnten die Römer noch zu decken suchen. Der eine der neugewählten Consuln, Servilius, stellte sich zu Ariminum cRiminiJ auf, also im Norden des Gebirgs, dort, wo dessen leHte Vorhügel fast das adriatische Meer berühren. Dort bleibt für die Straße Raum, die auf der ganzen flachen Meeresküste füdostwärts führt Cjet3t gleichfalls Eisenbahn; und von jeher die bequemste Vermittlung der Po:Ebene mit Jtalien war. Auf ihr waren auch die Legionen gekommen, die an der Trebia erlagen. Der andere Consul, Flaminius, blieb südlich vom Gebirg, auf der Straße durch das innerste Land, bei Aretium stehen. Aretium, die alt: etruskische Stadt auf einer Höhe unweit vom obersten Arno, ist durch das heutige, mehr in die Ebene herabgeriickte Arezzo erseht. Dort dachte Flaminius das Arnothal zu bewachen, sammt den Päffen, die in dieses herabführen, und mochte die Stellung bei Aretium gewählt