152 Jerusalem. Aufstellung einer türkischen Compagnie in der Kirche ist der christliche Gottesdienst nicht möglich. Sie reißen sonst die Kronleuchter herab und schlagen sich mit deren Armen todt. Vom Ein: und Ausgang der Grabeskirche in der kleinen Seiten: fac;ade kommt man durch ein paar ruinenhafte Gassen abwärts in den geraden bedeckten Budengang, der auf einen lichtgriiuen Zaubergarten hinausführt. In seiner Mitte steht die große Moschee; es ist die Tempel: platte Moriah. Früher wurde man unsanft hinausgewiesen. Neuers dings sind die Räume Wenigstens gegen ,,BakschischHJ zugänglicher ge: worden, und treffliche Aufnahmen1 enthüllen die früher nur von fern, nur vorn Dach der nächsten Kaserne aus, angeftaunten Geheimnisse für die ganze Welt. Wir haben schon erwähnt, mit welch dürftiger Erneuerung des Salomonischen Tempels die Hebräer nach ihrer Heimkehr aus dem babylonischen Exil sich begnügen mußten. Um so großartiger erseHte ihn Herodes, und zwar das Tempelhaus selber in 18 Monaten, die Hallen in acht Jahren 2c. Zu Christi Zeit wurde immer noch daran gebaut und fertig war die ganze Tempelterrasse erst unmittelbar vor der Wiedervernichtung. Der Herodianische Tempel also lag an der Stelle des Salomonischen, aber nicht mehr offen wie jener. In weitestem Viereck trennte eine steinerne Schranke von 3 Ellen Höhe C51j2 FußJ den äuße: ren, auch den Nichtjuden zugänglichen Raum von dem heiligen Boden der Hebräer. Innerhalb dieser weitesten Schranke erhob sich, gleichfalls quadratisch, eine höhere Plattform, zu der man auf 14 Stufen hinan: stieg. Auf dieser Plattform, nur 10 Ellen C15 FußJ eingerüclt, stand das Viereck einer 40 Ellen hohen Mauer, deren Höhe nach außen nur dukc2 die VvkgeIegt811 Stufen vermindert war, und innen folgte ein noch höherer Boden, so daß sie innen nur noch 25 Ellen hoch war. Jnnen herum auf allen vier Seiten war dieses Mauerviereck mit SäulenhalIen und Sälen gesäumt. Jn der Mitte der nach Osten, also gegen KidwU; that und Oelberg gerichteten Vorderwand stand ein Thor mit bronzenen Thüren, das sogenannte schöne Thor, wo der lahme Bettler lag, den Petrus aufstehen hieß. Nach Josephus Beschreibung waren alle Thore dieses Mauervierecks eigentlich Thorthiirme, TM Innern auf zwei starke Säulen gestützt. Wir werden sehen, daß das heute noch in der Ost: mauer stehende, das sogenannte goldene Thor gleichfalls zwei hinter: einander folgende Säulen in seinem Innern hat, welche mit den Pfei: lern der Seitenwände zusammen sechs kleine Gewölbkuppeln tragen. Da die Front jenes goldenen Thores ein Doppelbogen ist Ceinst mit 1864. etc. de Jerusalem Les Temp1e V0gÜ6 I