242 Buch. Zehnte6 Driife6 Capitel. erwähnt, die unter dem ,,anmuthigen Srhein der Religion4 das Reich unter sich zu theilen gedacht, so erwähnte er jetzt nur das letzte, die vorgehabte Theilung: den Schein der Religion ließ er weg. Und nicht nur den Churfürsien ließ der Kaiser seine Aus träge wiederholen. Auch dem Herzog Christoph von Würtemberg, der am französischen Hofe gut deutsch geworden und die Eins mischung der Franzosen in die deutschen Angelegenheiten fast am lautesten verdammte, eröffnete er durch.seinen Marschall Böcklin am 26sten Januar 1553, er wisse Niemand, der dem Reiche, damit es nicht ganz zerrissen werde, ,,fürstiindiger sein möchte,H als seinen Sohn II. Allein dersKaiser irrte, wenn er nach alle dem was man erlebt hatte und befürchten müssen, das Vertrauen der Fürsten wieder erwerben und ihnen ein Vorhaben, das ihre Besorgnisse eben am meisten erweckt hatte, annehmlich machen zu können glaubte. Seine Eröfsnungeu bewirkten das Gegentheii von dem was er wünschte. Schon am 5ten Februar 1553 kamen Friedrich von der Psalz, Albrecht von Baiern, Wilhelm von Jiilich, von denen ich nicht weiß, ob ihnen ähnliche Mittheilungen gemacht worden, mit Herzog Christoph zu Wimpsen zusammen II, um sich förmlich zu verabreden, wie dem Eindringen des spanischen Prinzen widerstanden und auch dem Bischof von Arras die Verwaltung der Reichsangelegenheiten, die er noch immer bes sorgte, entrissen werden könne. Es waren, wie wir sehen, abers mals Fürsten beider Bekenntnisse. Auch davon handelten sie, auf welche Weise man dem Zwiespalt über die Religion abs helfen könne, ob nicht doch wirklich durch ein Nationalconcilium, auch wider den Willen des Papstes. Sie bestärkten sich aufs neue in den Gesichtspuncten die bei den Passauer Verhand: lungen vorgewaltet. Es leuchtet ein, wie viel ihnen dann daran liegen mußte die Streitigkeiten zu verhüten, die bei der Rü6kkehr des Mark: 1J Pßster Herzog ChriI1oph p. 2l3. 2J S1umpf Di;;lo1natisrhe Geschichte des Heidelberger Fürßenverei1:es. Zeitschrift für Baicrn 18l7 V, p. 139.