Nun, enthielt aber dieser Beschluß im damaligen Augen; bl,ick nicht mehr einfach die Thatsache der Unterwerfung, sondern Zugleich denn. absichtlich ward auf die Bezeichnung des Ortes viel Nachdruck gelegt eine Erklärung gegen die Translation der. Kirchenversammlung. Schon gleich in den ersten.Tagen nach ihrer Ankunft. hatten die geistlichen Fürsten den,Papst eins müthigiuim die Zurückverlegung ersucht. Dieses Begehren ward seht durch,den allgemeinen Beschluß der Stände gewaltig verstärkt. Und dabei blieben sie nicht stehen. Hatte der Kaiser die Publi: cation der zu Trient gefaßten BeschlüHe gemißbilligt, so traten ihm auch darin die Stände bei. Die Fürsten, denen jene Fest: setzungen wenigstens amtlich noch nicht mitgetheilt worden, fors derten, wenn in den streitigen Artikeln bereits etwas beschloHen sei, so müsse das doch aufs neue vorgenommen und vor allem erst die Erklärung der Protestirenden darüber gehört werden1J. Jene dogmatischen Bestimmungen, auf welchen später die Recht: gläubigkeit der katholischen Kirche zu beruhen geschienen, wollte fürs Erste so wenig das Reich wie der Kaiser .ane.rkennen. Es versieht sich, daß die protestantisch:gesinnten Mitglie,der.beider sRäthe hierin noch eisriger waren. Die weltlichen Churfürsten forderten ausdrücklich die Reassumtion der schon beschlossenen Artikeli sie fügten hinzu, nur nach der Norm der göttlichen Schrift würden dieselben zu entscheiden sein. Die Stimmung zeigte sich überhaupt ganz entschieden. Vergebens trug Leonhard Eck daraus an, daß man, um weitergehende Fragen abzuschneiden, den Papst als Borsißer des Conciliums bezeichnen solle: die Zeiten seines Einflusses und Uebergewichts waren vorbei; in dem Rathschlag des Fürsienrathes findet sich nichts hievon. Dagegen lautet das Gutachten der weltlichen Chursürsten dahin, daß der Papst die Mitglieder des Conciliums aller Pflichten, mit denen. sie ihm verwandt seien, erledigen,iund dem Concilium unterworfen sein solle; eine Resormation an Haupt und Gliedern 1Js ,,Obs auch im vhakl von etlichen fkreitigeu Artikcln im Concilio zu Triendt geredt oder beschlofTen worden wäre, welches doch nit vor Augen, das dennoch nichtsdeßcminder dieselbigen Artikel wiederum .für hand ge; nommeu und die protestirenden genugfamlich darauf verhort und von irren gute rechcnfchaft irer Irre und glauben vex1xommen werde.0