Drittes Capitel. Weitere Ausbreitung der Kkformatian Gtbiktkn. in notddrutschkn Reformation in dem albertinischen Sachsen. Noch immer herrschten hier, bereits hoch in Jahren, die beiden SöhnesHerzog Albrecht des Beherzten, Georg und Heinrich. Seiten mag es Brüder von entgegengeseHteren Eigenschaften gegeben haben als diese beiden. Georg, der bei weitem den größten Theil der Lande inn hatte, zeigtessich allezeit als ein Mann üben buchstäblicher Ges seHlichkeit, herbem Eigeniinn und durchgreifender Thatkraft. Jn feinem Lande hielt er strenge Ordnung, kein Uebergriff der Mächtigen wäre geduldet worden; dagegen ließ er auch diesen ihre Rechte, nirgend war das ständifche Wesen weiter ausgeg bildet, höher geachtet: der Herzog wußte dabei doch seinen Willen durchzusehen, seine Geldforderungen, wie stark sie auch sein mochten, wurden in der Regel betvilligt. Herzog Georg war in allen Dingen pflichtgetreu; die Vormundfchaft über Anhalt führte er, nachdem er sie einmal übernommen, mit mufiers hafter Sorgfalt; auf die Erfüllung dessen was er versprach, konnte man allezeit zählen. Vergnügen kannte er kaum, ges schweige daß er sich Ausschweifungen hingegeben hätte: er lebte und webte in den Geschäften: er wußte von nichts anderm zu reden, und oft fiel er im Umgang damit beschwerlich.