132 Bad; VIII. Die Päpftc um d. Mitte d. Jah rh. Entschuldigung. Wie enge wird schon hiednrch der Kreis der BergehungenZ Niemand wird ja die Sünde um ihrer selbst willen lieben. Außerdem erkennen sie aber auch noch Enschnldigungsgriinde anderer Art an. Allerdings ist z. B. das Duell von der Kirche verboten: jedoch die Jesuiten finden, sollte jemand deshalb weil er ein Duell ausschlüge Gefahr laufen für feig gehalten zu werden, eine Stelle oder die Gnade seines Fürsten zu verlieren, so sei er nicht zu verdannnen, wenn er es annehme.1 Einen falschen Eid zu leisten, wäre an sich eine schwere Sünde: wer aber, sagen die Jesuiten, nur äußerlich schwört, ohne diesz innerlich zu beabsichtigen, der wird dadurch nicht gebunden: er spielt ja und schwört nicht.2 Diese Lehren, finden sich in Büchern, die sich aus: driicklich für geu1äszigt ausgeben. Wer wollte jetzt noch, da die Zeiten vorüber sind, die weiteren Verirrungen eines alle Moral vernichtenden Scharssinnes, in welchem ein Antor den andern mit literarische1n Wetteifer zu über: bieten strebte, hervorsuchenP Aber man darf nicht ver: kennen, das; auch die das moralische Bewusztsein am 1nei: sten abstoszenden Meinungen einzelner Doctoren in Folge eines andern Grundsatzes der Jesuiten Eingang fanden, und gefährlich werden konnten, in Folge ihrer Lehre von der Probabilität. Sie behaupteten, man dürfe in zweifel: I. P1sivandus alioqui ob s11spsci0nom jgnaviae dfgnjtx1te, okAcio vol favoke priacipis.. BUfcmbaum,1ib. IIl, tratst. IV, cap. I, dub. V, art. l, n. 6. 2. Qui exte1sius t8.nt11m iuravit, sing 1mimo imsandi, non 0bligatu1s, nisi forte ratione scand:11i, cum non iuraverit seti luseriti1ib. III, traut. II, cap. II, dub. IV, U. 8J.