294 BUT; J1n1ere Streftigkeiten. alsdann Gott um des Verdienstes Christi willen die Gnade,1 durch die er die übernatürlichen Wirkungen der Heiligung ersahre: allein ganz wie vorher sei auch bei dem Empfangen dieser Gnade, bei ihrem Wachsen der freie Wille unaufg hörlich thätig. Aus diesen komme doch alles an: es stehe bei uns, die Hülfe Gottes wirksam oder unwirksam zu 1nachen. Aus der Vereinigung des Willens und der Gnade beruhe die Rechtfertigung: sie seien verbunden wie ein paar Männer die an Einem Schiffe ziehen. Es versteht sich nun, dasz Molina hiebei den Begriff von Prädestination, wie er bei Angusiinus oder Thomas von Aquino vorkommt, nicht annehmen kann. Er findet,ihn zu hart, zu grausam. Er will von keinersandern Vorherbesti1nmung wissen als einer solchen welche eigentlich Voraussicht sei. Nun wisse aber Gott aus höchster Einsicht in die Natur eines jeden Willens voraus, was derselbe in dem gegebenen Falle thun werde, obwohl er auch das Gegentheil hätte thun können. Allein nicht darum erfolge etwas, weil es Gott vorherwisse:, sondern Gott sehe es darum vorher, weil es erfolgen werde. Eine Lehre die nun allerdings der calvinistischen ganz an dem entgegengesetzten Ende gegeniibertritt: zugleich die erste die es unternimmt das Geheitnnisz, so zu sagen, zu freien Willens bezeichnet, der allerdings nicht ohne Gott so ist wie er ist: Deus semper p,raest0 est per concursum genera1em 1ibero a1sbitri0, ut 11aturaiiter ve1it aut nolit prout placuerit. Das ist ungefähr so, wie bei Bellarmin natürliches und göttliches Recht idenL tificirt werden, weil Gott der Urheber der Natur ist. I. Auch diese Gnade faßt er sehr natürlich auf: Disput. 54. Dum l1omo expendjt res credendas per notitias c:0ncion2s toris auf. a1iunde comparatas, inAuit draus in easc1em n0titias inAuxu quodam particulari quo cognitionem i1lam adiuvat.