388 Bad; Staat und Hof. Eben so wenig ward Bologna unterjocht. Es hat allezeit mit den Formen auch viele wesentliche Attribute municipaler .llnabhcingigteit behauptet. Frei verwaltete es seine Einkünfte: es hielt seine eigenen Truppen: der Legat des Papstes nahm eine Besoldung von der Stadt. In dem venezianischen Kriege eroberte Julius II die Städte der Romagna. Er hat keine einzige an sich ge: bracht, ohne beschränkende Bedingungen einzugehen oder ohne bestimmte neue Vorrechte zu gewähren; auf die Ca: pitnlationen, die sie damals schlossen, sind sie später im: mer zuriiekgekommen. Das staatsreehtliche Verhältnisz, in das sie traten, bezeichneten sie mit dem Titel der kirchlichen Freiheit. Fassen wir den Staat, der auf diese Weise znsami menkam, im Ganzen, so hat er eine große Aehnlichkeit mit dem k3enezianischen. In dem einen wie in dem ans dern,war die Staatsgewalt bisher in den Händen der Conn11unen gewesen, die in der Regel andere kleinere Gei 1neinheiten unterworfen hatten und beherrschten. Jm Vei nezianischen ;begaben sich diese regierenden Municipalitäten, ohne darums ihre Unabhängigkeit in allen Stücken einzu: büßen, ans sehr genau bestimmte Bedingungen unter die Herrschaft der Nobili von Venedig. Jm Kirchenstaat ge: riechen sie unter das Gemeinwesen der Curie. Denn ein Gemeinwesen, wie dort der Adel, bildete hier der Hof. Zwar war die Würde der Ptälatur während der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts noch selbst nicht für die bei 1Is Ranaldus gedenkt dessen, aber sehr kurz. Ueber Ravenna 1lieronymi liubei Histo1siarum R8v0auatum ljb. VI11, p. 660.