276 Buch III. Die Päpste Um Mitte 16 Jahrh. leidignngen war es nicht anders möglich, als dasz er noch immer Haß nnd Beforgnifz nährte. Man fuche, klagt er, ihm Par1na zu entwinden und ihn selbst auf die Seite zu schaffen; aber es solle feinen Feinden weder mit dem einen noch mit dem andern gelingen.l Es ist wahr, der Tod PaulT31V hatte feinen Enkeln eine große Stütze entrifsen: aber er hatte sie auch befreit. Jetzt brauchten sie keine Rücksicht weiter auf die allgemeinen, auf die kirchlichen Verhältnisse zu nehmen: ausfchlieszend nach ihrem eigenen Jntereffe konnten sie ihre Maßregeln ergreifen. Ottavio durfte sich ohne allen Vorbehalt an König Hein: riih Il von Frankreich wenden. Er that das in einen1.Angenblirk, wo er auf den be: ften Erfolg rechnen durfte. Wie Italien so war auch Deutschland mit Mif3ver: gniigten erfüllt. Was der Kaiser bereits ausgeführt, was man noch von ihm erwartete, feine religiöse nnd feine poi litische Haltung, alles hatte ihm unzählige Feinde erweckt. Heinrich I1 konnte es wagen, die antiöstreichisdhen Pläne feines Vaters wieder aufzunehmen. Er licsz feinen Krieg gegen England fallen und schloß einen Bund mit den Fars nesen. Zunächst nahm der König die Besalzung von Parma in feinen Sold. Baldcerfchienen auch in Mirandula frans zöfifche Truppen. In dem Herzen von Jtalien fah man die Fahnen von Frankreich fliegen. , Jn diefer neuen Verwickelnng hielt sich Julius IIIs Iukokmatt. po1. XIX. Obiges aus einem Schreiben Ottavio7s an 1.Card. Aleffanbro Farnese, Parmd 24 März 1551.