690 und Die Häuser Luxemburg Baiern. Rolle gespielt hatte. Mit den nnzufriedeneu Böhmen verbanden sich nun die Kaiserin Barbara nebst ihren Berwaudten,.den ehrgeizigen Grafen von Cilly. Die herrschsüchtige Barbara, welche mit Sigmund eine keineswegs musterhafte Ehe geführt und die mannigfache Untreue ihres Gemahls reichlich vergelten hatte, wünschte nach Sig1uunds Tode ihre königliche Stellung zu behaupten. Den kaum zum Jüngling gereiften Wladislaus von Polen hatte die 45jährige zum. Gatten ersehen; an seiner Seite wollte sie sich mit den Kronen von Ungarn, Polen. und Böhmen geschmückt sehen. Aber die Uneinigkeit der Verschwornen hinderte die Ausführung des Planes, der dem Könige kein Ge: heinmiß blieb. Von schwerem Siechthu1n befallen, ließ er durch seinen Kanzler Kaspar Schlick Tochter und Schwiegersohn zu einem Besuche in Prag ein: laden, was sie angesichts der böhmischen Zustände nur mit Widerstreben zusagten. Da er sich in Prag aber nicht sicher fühlte, verließ er den II. November die Stadt, von vielen Tausenden geleitet; die einen trauerten über seinen Abzug, die anderen riefen ihm zu, er möge nimmer wiederkehren. Am 24. November traf er in Znaim ein, wo Tochter und Eidam nebst einer Anzahl ungarischer Magnaten ihn erwarteten. Hier setzte er seine arglistige Gemahlin gefangen; ihr Bruder Friedrich sammt seinem Sohne Ulrich entkam. Seine letzten Lebens: tage verwendete er dazu, den Stauden seiner Reiche noch einmal den Herzog Albrecht zum Nachfolger zu empfehlen. Er hatte schon vor seiner Ankunft in Znaim sich einer höchst schmerzhaften Operation unterziehen.miissen, seine Schwäche nahm zu, er sah fein Ende voraus. Aber als Kaiser wollte er sterben: auf dem Throne, im kaiserlichen 1437 Ornate erwartete er am 9.s Dezember seine Todesstunde. Seine Leiche ward seiner Anordnung gemäß mehrere Tage öffentlich ausgestellt, damit jedermann daran gemahnt werde, daß auch der mächtigste Herrscher dem allgemeinen Lose irdischer Vergänglichkeit unterworfen sei. Es war ein reiches, vielbewegtes Leben, das mit Sigmund zuGrabe ging, und wenn auch die Früchte seiner Herrscherthätigkeit am wenigsten Deutschland zu gute kamen, verweilt das Auge gern bei diesem letzten Luxemburger, welcher seiner kaiserlichen Würde sich in vollem Maße bewußt war und sich seiner irdischen Majestät so gern erfreute. Der wil,zige, freigebige, leichtlebige und liebenswürdige, leicht versöhnliche Fürst hat vielleicht wenig selbstlose, beständige Freunde besessen, aber auch kaum einen persönlichen Feind gehabt. Von den zahlreichen Anekdoten, die über ihn umlaufen, mag nur eine besonders charakteristische hier ihren Platz finden. Dem Papst Eugen IV. soll er zu Rom gesagt haben: ,,Jn drei Dingen bist du mir Unähnlich und in ebenso vielen ähnlich; du schlässt lange, ich liebe das Frühaufstehen; du trinkst Wasser, ich liebe den Wein; du meidest die Frauen, ich gehe ihnen nach; du verschwendest die Gnadenschät,:.e der Kirche, ich erübrige nichts; du leidest an den Händen, ich an den Füßen; du richtest die Kirche, ich das Reich zu Grunde.U