Voll Rj1dolf Habsburg, 12T :3s 549 Rudolf von diesem Nebenbuhler, 1md so war die habsburgische Haus5macht wieder um ein beträchtliches vermehrt worden. Jn löblicher Weise sorgte Rudolf in diesen Gegenden für die Aufrechterhaltung des Laudsriedens, gerieth aber wegen einiger Plätze, die ihm vor langer Zeit vom König verpfiindet waren, in Streit mit dem Bischof von Basel; vor dieser Stadt lagerte er, als ihm die Kunde ward, daß ihn die Fürsten zu ihrem Ober: hanpt erwählen wollten. Dies wichtige Ereigniß hatte sich in folgender Weise vollzogen. Am 11. September hatten die vier rheinischeu Kursiirsteu sich dahin verständigt: wenn 1273 drei von ihnen iiber die Person des zu Erwählenden einig wären, sollte der vierte zustinnuen. Als sie dann unter sich nnd mit den anderen weltlichen Kur: fiirsten iibereiugekommen waren Rudolf zu wählen, setzten sie unter sich die Be: dingnngen fest, an welche sie ihre Stimme kniipften und schrieben den Wahlakt auf den 29. September nach Frankfurt a11s, Alle Knrfiirsten, mit Ausnahme des Böhmenkönigi3 Ottokar, erschienen; dieser ließ sich durch den Bischof von Seckan und Bamberg vertreten. Der letztere bestritt dem Herzoge Heinrich von Baiern, welcher nach einem friihercn Vorgange an Stelle Böhmensi an der Wahl theilnehmen wollte, dies Recht, und dadurch verzögerte sich die Verhandlung bis zum l. Oktober. Die .Knrsiirstcn schlossen Ottokar, in dem sein Gesandter voreilige Hoffnungen erweckt hatte, von der Wahl ans, iibcrtrngen ihre Stimmen auf Ludwig von der Pfeil z, und dieser erklärte nun im Namen der Dreieinigkeit den Grafen Ru: dolf für erwählt. Der Bischof von 3eckau, so erzählt ein Zeitgenosse, rief betrübt dem Mainzer zu: ,,9lcb, das; ich je geboren wardI Herre von Mainz, wie habt Ihr also verfahren mit mir, daß ich längst habe Boten fiirgefandt zu dem König in Vöhmenland mit der Kunde, ihm sei das Reich worden.H Rudolf hatte während der Wahlverhandlungen mit dem Bischof von Basel Wafsenstillstand geschlossen und erreichte schon am Tage nach dem Wahlakte, dessen Verlauf er sogleich erfahren hatte, Frankfurt, wo er festlich eingeholt und in den Dom geleitet wurde. Als nach der kirchlichen Feier die Belehnnng der Anwesenden erfolgen sollte, fehlten die Reichs:iinsignien. Rudolf wußte Rath: er ergriff ein Kruzifix, kiifzte es und sagte: ,,Dies Zeichen, in dem die ganze Welt erlöst worden, mag ich wol gebrauchen an der Stelle des SzepterS.U Erst vier: zehn Tage später kam der König in den Besitz der Reichskleinodien, die in Boppard aufbewahrt waren. Auf der Kröunngs3fahrt nach Aachen traf seine Gemahlin bei ihm ein, welcher die elsässischen Städte schon ihre Verehrung be: zeugt hatten. Am 24. Oktober wurde das Königspaar in Aachen durch den im Erzbischof von Köln gesalbt nnd gekrönt. Nachdem er die Wahlfiirsten fiir ihre guten Dienste belohnt, kehrte er zunächst nach seinen Stanmilauden zurück, schloß mit dem Bischof von Basel Frieden und erklärte die Stadt für eine freie Reichsstadt. Rudolf hatte wahrscheinlich schon vor seiner Krönung dem Papste seine Wahl angezeigt. ,,Mein Gewissen ist Zeugen, schrieb er an ihn, ,,daß ich nicht