306 fränkischen Haufe. Kaiser aus dem Anerkennung der deutschen Hoheit. Ehe Konrad nach dem Süden zog, mußte er seine Grenzen im Osten vor den Gefahren eines Krieges sichern. Es gelang ihm, einen Bund mit dem Diinenkönig Kanut CKnndJ, dem gewaltigen, sieg: reichen Herrscher des Nordens, zu Stande zu bringen, der durch die vorlänfige Verlobung seines kleinen Sohnes Heinrich mit Gunhild, der Tochter des Deinen: königs, befestigt wurde. Freilich trat Konrad die Mark Schleswig, den Grenz: giirtel zwischen Schlei und Eider, an Kanut ab, aber so wenig ehrenvoll an sich diese Schmälerung des Reiches war, so bot doch die Freundschaft mit Kannt einen iiberwiegenden Vortheil. Die hundertjiihrigen Kämpfe im Norden des Reiches kamen durch einen dauernden Friedensstand endlich zum Abschlus3, die deutsche Missionsthiitigkeit gewann neues Leben, 1md das Erzstift Hamburg: Bremen gelangte in kurzer Zeit zu einer vorher nie erreichten Blüthe. Kaum war die von Osten drohende Gefahr glücklich geschwunden, als sich bereits ein neues U11wetter im Westen gegen Konrad znsa1nmenzog. Jn Lothringen nahmen die Verhältnisse eine bedenkliche Wendnug. Die Herzoge Friedrich von Ober: und Gozelo von Niederlothringen setzten ihren Widerstand gegen Konrad fort und brachten andere Widerstrebende auf ihre Seite. Markgraf Balduin von Fslandern trat zu ihnen, ebenso der jüngere Konrad, der schon längst mit dem König zerfallen war. Sie setzten sich mit dem französischen König Robert in Verbindung, dem damals die Lombarden die Krone Jtaliens anboten. Robert schlug sie ans, ließ aber geschehen, das; sie nun auf einen seiner Vasallen, den Herzog Wilhelm von Aquitanien, ihre Aufmerk: samkeit richteten. Aber auch in Burgnnd triibteu sich für Konrad II. die Aus: sichten. Hier hatte nach Heinrichs Tod Graf Odo von ChA111pagne offenbar das nächste Erbrecht nnd er, wie Balduin von Flandern boten dem König Robert hilfreiche Hand zu einem Einfall in Lothringen. Eine weitere Ver: l1indung bildete sich zwischen dem jüngeren Konrad und Herzog Ernst von S chw aben, dem Stiefsohn des Königs. Dieser junge Fürst machte sich gleich: falls Hoffnung auf Burgnnd, nnd war durch die Ansprüche seines Stiefvaters aufs Tiefste gereizt. Bald kam zwischen beiden ein Bund zu Stande, nnd der reiche Graf Welf trat der Versch1oörnng bei. Diese gährenden Elemente mußte Konrad erst beruhigen, ehe er über die Alpen gehen konnte. Schon drohte das Verderben von allen Seiten loszubrechen, als er im December 1025 nach Lothringen zog. Aber mit wunderbarem Erfolge wußte Konrad die drohenden Wetterwolken zu verschenchen, und bald schien von neuem die Sonne seines Glückes. Als er zu Aachen das Weihnachtsfest feierte, erschien Gozelo, sei es durch das Zureden des weisen Bischofs von Cambrai versöhnt, sei es durch die ihm vom König eröffnete Aussicht auf die Vereinigung der beiden Loth: ringen gewonnen, vor seinem Throne Und leistete die Huldigung. Seinem Beispiel folgten Friedrich und die anderen Lothringer. Damit war der Bann gelöst, die Verschwörung vereitelt und Alles blieb ruhig. Herzog Ernst erhielt auf Giselas Bitten zu Augsburg Verzeihung. Des Königs Ansehen war so hoch gestiegen, das; er seinem achtjährigen Sohn Heinrich die Nachfolge sichern