304 Aus Kaiser fränkischen dem Haufe. Konrad zu dem jüngeren und stellte ihm vor, wie es ihnen zieme, die ihrem Stamme widerfahrene Ehre nicht durch Zwietracht zu verscherzen; zugleich versprach er, wenn n1an den jüngeren, den Herzog, wähle, zuerst den Treu: schwur zu leisten. Dasselbe versprach nun auch Herzog Konrad. Als die beiden edlen Männer, von allen gesehen, ihre lIebereinkunft durch U1narn1ung und Brnderkus; besiegelt hatten, schritt man zur Wahl. Der Erzbischof Aribo von Mainz gab laut und fröhlich seine Stimme dem älteren Konrad. Die anderen geistlichen Großen stimmten ihm bei. Und als nun die Reihe an die weltlichen Fürsten kam, erhob sich Herzog Konrad, der jüngere, gab vor allem Volke dem älteren Vetter seine Stimme und führte dadurch die Entscheidung herbei. Die übrigen Fürsten folgten, dass ganze Volk stimn1te ein, 1n1d freudig ward der neue König nach Mainz geführt und daselbst gekrönt. Nur die lothringischen Großen waren im Uu1nuthe abgezogen. Die Kaiserin:Wittwe .Kunignnde hatte bereits die Krone, die heilige Lanze, dass Schwert 11nd die übrigen Reichsinsiguien dem Neugewählten übergeben um dann der Welt zu entsagen und sich ins tlösterliche Leben zurückzuziehen. ,,9ll4:s Aribo den neuen König ermahnte, Gerechtigkeit und Frieden zu üben, die Kirche nnd ihre Diener zu schirn1en, Wittwen und Waisen zu schützen und seinen Widersachern zu ver: geben, da stürzten Thränen aus seinen Augen, nnd er gelobte feierlich, seinen Feinden zu verzeihen. Darauf erfolgte die Huldigung nnd ein festliches Krönnngsmahl.U Konrad lI. war ein Mann von unbeugsamer Willens5kraft und Tapferkeit, mit allen ritterlichen Tugenden ausgestattet, ebenso geeignet, jeden Widerstand mit Energie niederzuwerfen und zu brechen, als durch Gewaudtheit und Klug: heit zu versöhnen, eine Herrschernatur, wie sie die Zeit brauchte, u1n die Er: rungenschasten der sächsischen Regenten zu behaupten und zu erweitern. Konrad genoß allge1neiues3 Vertrauen; Grofzmnth und 11nerschrockenheit, Güte und Leutseligkeit zeichneten ihn aus; den Guten war er 1nilde, den Feinden ein Schrecken. Mit ihm war ein anderer Stamm an die Spitze Deutschlands ge: treten, der feurige nnd heis3bliitige Stamm der Franken, der Salier, verschieden von dem kälteren Wesen der Sachsen, aber ebenso gewaltig 11nd reich begabt. Konrad hatte seine mäßigen Stammgiiter in Franken und am Rhein durch seine Verheirathung mit Gisela, der verwittweten Herzogin von OSchwaben, einer eben so reichen und schönen, als gebildeten und geistreichen Frau, be: deutend vermehrt. Wie diese Ehe schon unter dem vorigen Kaiser eine Quelle von Widerwärtigkeiten für ihn wurde, so fand sie auch wegen naher Verwandt: .schafts5verhältnisse die Miszbilligung der Kirche. Aribo von Mainz hatte dein König bei seiner Wahl große Dienste geleistet, weigerte sich aber entschieden, die Krönung von Gisela zu vollziehen, da ihre Ehe mit Konrad der Kirche Anstoß erregte. Um so bereitwilliger erklärte sich Erzbischof Piligrim von Köln, und so fand denn noch in demselben Monat, in welchem Konrad gekrönt war, CsSeptbr.J die Krönung GiselasZ zu Köln statt. Die Folge war, daß nicht nur Aribo CHeriberts von Mainztin der Gunst des neuen Königs immer mehr