Hunnen. Die des Auflösung Gothenreiches. liche Gemeinschaft haben und die Kinder ausziehen, bis sie herangewachsen sind. Anderswo entstanden, sernhin geboren, weiterhin erzogen, weis; Keiner seine Heimath anzugeben. Treu: los, wankelmüthig, jeder neuen Hoffnung hingegeben, folgen sie ganz dem Drang des Triebes. So leben sie wie das unvernünftige Vieh dahin, ohne Kenntniß von Tugend nnd Laster, ohne Achtung vor Glauben nnd Religion. Nach Gold sind sie überaus gierig und so man: kelmüthig und reizbar ist ihr Character, daß sie wohl mehrmals an demselben Tage sich entzweien nnd wieder versöhnen. Nach der Vereinigung der Alanen mit den Hunnen wälzte sich die mächtige Völkerwoge nach Westen nnd stieß auf die zwischen Don und Dnjepr ses3hafteu Ostgothen. Das Reich der Ostgothen oder Greuthunger hatte damals unter König .LJer1nanrich, aus dem heldeun1iithigen Geschlechte der A1naler td. h. der MakellosenJ den .LJöhepunkt seiner Macht und Ausdehnung erreicht. Viele benachbarte Völker, theils germanischen, theils sarmatischen Stammes, darunter Alanen, Roxolanen, .c;seruler, Weneder, Aestyer, vom schwarzen Meere an bis an die Ostsee, erkannten seine Oberhoheit an. Sogar die Westgothen oder Therwinger, denen übrigens eine größere Unabhängigkeit zugestanden war, unterwarfen sich dem greifen Her: manrich, und ihre drei Stannnesfiirsten aus dem Geschlechte der Balten lTapferenJ, Athanarich, Fridigern und Alaviv, begniigten sich mit dem Range von ,,RichternU. So herrschte Hermanrich, der mehr als hundertjiihrige vielgepriesene Heldcngreis, über einen mächtigen Völkerbund ,,mit der Macht eines Eroberers und bisweilen mit der Grausamkeit eines ThranneuH, und noch lange nach sei11em Tode befangen die Gothen sein Andenken nnd den Ruhm seiner Thaten in frühzeitig verschollenen Liedern. Hermanrich beschloß die gothifche Streitmacht gegen die furchtbaren Feinde zu führen. Er hatte kurz vorher das Weib eines feldfliichtigen Roxolanenfiirsten von Pferden zerreißen lassen, und deren Brüder stellten ihm nach dem Leben. Noch lag er an den Wunden krank, die ihm ihre Dolche zugefügt, als die Hunnen den Augriff begannen. Verzweifelnd am glücklichen Erfolge des Kampfes stürzte sich der 110jährige .Hermanrich, um seinen alten Kriegsrnhni und das Werk seiner langen Heldenlaufbahn nicht zu iiberleben, in fein eigenes Schwert, und wenn auch der Greuthungerfiirst Withisner noch .tapferen Widerstand leistete, so erlag er doch in einer .L7auptschlaiht der 1lebermacht des Feindes und deckte selbst mit den Edelsten des Heeres die blutige Wahlstatt. Die Ostgotheu mußten sich der Herr: schaft der Hunnen unterwerfen. Der Westgothenfiirst 9lthanarich suchte sich anfangs hinter dem Duiester gegen den heranriickcnden Völkerschwarm zu bertheidigen. Als aber eine Reiter: scljaar in einer 1nondhellen Nacht über den Fluß setzte und den Westgothen in den Rücken fiel, zog sich Athanarich in die oerschanzten Waldungen zwischen Pruth und Donau zurück. Er wurde jedoch zum Weichen genöthigt und von seinem Volke mit fortgerissen, das nur jenseits der Donau Sicherheit zu finden glaubte. Aber aus Haß gegen das Christenthu1n n11d aus Mis;traueu gegen die Römer wandte er sich mit dem heidnisch gebliebenen Theile der Westgothen nach den Karpathenlanden, während die anderen, zum arianifchen Christenth1nnEJ bereits VI Die Arianer haben ihren Namen von Arius, einem Kirchenlehrer zu Alexandrien, welcher in Bezug aus die Natur Jesu Christi behauptete, Christus sei vom Vater erschaffen und habe