Wie und Jn seinem natürlichen Urzustand wird der Mensch nie früher an Kunst zu denken beginnen, ehe er nicht zuvor seine leiblichen Bedürfnisse vollauf befriedigt hat. Jst doch alles in allem die Kunst nichts anderes als der spontane Ausdruck eines erwachten geistigen Lebens, welches sich in Form, Farbe und Linie bethätigt der Überschuß an menschlicher Energie. Erst unter jenem Machwerk, das wir als moderne Civilisation bezeichnen, ward es fertig gebraOt, diese natürliche Ordnung der Dinge gerade in das Gegenteil umzukehren, dergestalt, daß heutigen Tages die Menschheit, wenn sie den Versuch wenigstens von Kunstschöpsungen wagt, sie dies fast stets gezwungen, und zwar um des lieben täg: lichen Brotes halber, thun wird. Für all die Schaden und Irrungen, an welchen die moderne Kunst kränkelt, könnte man zum größten Teil diese verkehrten Verhältnisse teils direkt, teils indirekt verantwortlich machen. All die Un: glaublichkeiten nnd Ungeheuerlichkeiten, die heutigen Tages unter dem Namen ,,Knnstt7 anstandslos sich breit machen dürfen, gehören hierher, mögen wir nun dabei jenen armen Teufel im Auge haben, der um einiger lumpigen Pfennige willen die schönen Steinfließen unserer Treppen mit Thon überschmiert oder mögen wir diese Erscheinung verfolgen durch all die Hirnverbranntheiten und Narreteien unseres Pashion CZeitgeschmackJ bis hin zu jenem geradezu raffinierten 13