Kunst und Volkstum. muß2 Oder verstehen wir endlich darunter die Notierungen des Weltmarktes gilt uns ein fabelhafter Preis als Maß: ftab, beurteilen wir den Wert eines Kunstwerkes darnach, ob man es auch mit Gold aufwiegt, während es vielleicht der eigene Schöpfer für jedes Schmachangebot verschleudern mußteZ Verstehen wir das unter KunstZ Oder ver: stehen wir nicht vielmehr darunter jenen süßen, rührenden Zauber, der uns gleichsam aus uns selbst herauslöst, jenen Genius der Schönheit und Harmonie, welkher jedwedes Ding weiht, das sein Hauch streifet, welcher weder Klassen noch Kasten kennt, welcher eine die Allmenschheit umskhlingende Sprache predigt, welcher da ein Freund der Freiheit und Brüderlichkeit, welcher Ordnung stellt an Stelle der Zer: rissenheit, Milde an Stelle der Gewalt; der kein Gegenstand des Privatbesitzes ist, nein der uns allen gehört, dessen Wert und Wichtigkeit sich weder in Goldeswert ausdrücken, noch durch Goldesmacht beeinflussen läßt, sondern der lediglich be: gründet ist auf menschenwürdigen und also auch noch zu Hoffnungen berechtigenden Daseinsbedingungen eines VolkesZ Verstehen wir nicht das unter Kunst2 Jene Er: scheinung nämlich, die sich uns auf Schritt und Tritt auf: drängt, die uns entgegentritt in Gestalt unserer Schaufel, unserer Pflugschar mit ihren der Zweckmäßigkeit mit liebe: voller Sorgfalt angepaßten Kurven und Konstruktionslinien; jenes Prinzip, von dem ein jeder, sei es auch der einfachste, selbstverständlichste nnd alltäglichste Gebrauchsartikel unseres Lebens und Wirkens durchdrungen ist, durchdrungen, bald mit der Abßchtlichkeit einer zweckbewußten und wohlberech: neten Ausschmückung unserer Wohnungen, bald in der mehr zufälligen Anordnung des Gusses, des Schnitzwerks, des Musters unserer Möbel, vom Präsentierbrett mit der Wasser: karaffe dort auf dem Tisch bis hin zu jener Tapete an der Wand. Solche einfachen, schlichten, oftmals ganz übersehenen Dinge haben, ohne daß wir es eigentlich recht ahnen, einen gar gewaltigen Einfluß auf uns, wenn wir uns nämlich in