Die Forderungen der dekorativen Kunst. fürwahr kein Mangel. Für den schaffenden Künstler er: öffnet sich in dieser Beziehung geradezu ein erschreckender Prospekt, und sattelfest und wohlgerüstet muß der Streiter sein, der es unternimmt, gegen die ihm eutgegendrohenden Massen in die Schranken zu reiten. Da liegt es, das moderne Leben mit all seinem Luxus und rastlosen Drängen, mit seinen immer weiter um sich greifenden, sähen jetzt in ihrer Riesengröße öden und trostlosen Städten, und dort lugen auch bereits unter der vermoderten, wurmzerfressenen Hülle einer scheidendeu Kulturepoche hie und da die Umrisse hervor des Gerippes und Gerüftes einer neuen Weltansrhau: ung, einer neuen Wirtschaftsordnung. Wie sind diese Gegen: sähe auszusöhnen, wie hier die Herrschaft der Schönheit zu bewahren, wie ihr Panier unentwegt hoch zu halten, wie all diese Härten zu mildernZ Fürwahr, um das alles durch: zuführen, dazu bedarf es der Kraft eines SimsonI Gleich: zeitig heißt es aber auch bedenken, daß bei allzu vielem Wägen und Ueberlegen leicht ans einer Rüstung eine Last werden kann, nnd ferner muß man sich sagen, daß oft schon die größten Wirkungen durch die kleinsten Ursachen hervor: gebracht wurden und daß schon einmal geharnischte Riesen und das ganze schladhtgerüstete Heer, der Philister dahin sank vor einem erbärmlichen Schlenderftein. Letzteren Ge: danken gilt es festzuhalten, wenn wir Künstler mit unserer Kunst uns aufraffen, um hinauszuziehen in den Strauß mit den Unholden dieser Zeit, die sich da verschanzen hinter iippige Paläste und die daher kommen prunkend in Rüst: ungeu aus Gußstahl und Spiegelglas.