Darftellungcn weltlichen Inhalts. 445 geschichtliche: und nngeschichtlicher Beispiele von der Unterwürfigkeit des Mannes unter den Willen des Weibes zu dem Schlusse kommt: ,,Da immer so es fügt der Miune Stamm, Was schadet7s, ob ein reines Weib mit Hihe oder Frost mich quält1U Die Bilder schlossen sich genau dem Gedicht an und waren durch Ansiihrungen aus dem: selben erläutert. In demselben Hause fand sich ferner eine Reihe von bürgerlichen Genrebildern, Frauen und Mädchen, welche mit der Znbereitung von Webestoffen be: schäftigt sind, und im Anschluß daran eine Frau im Gebet, Mädchen die einander kämmen, ein im Ofenwinkel ausruhendes Mädchen, endlich eine Baderstube. Bisweilen bot die zeitgenössische Geschichte, deren Begebenheiten nicht selten in Miniaturen festgehalten wurden, ihre Geschichte auch wieder, wie in den Tagen der Karolinger und Sachsenkaiser, der Wandmalerei dar. So berichtet der Chronist Johannes von Viktring, daß Erzbischof Balduin von Trier die Thaten seines Bruders Kaiser Heinrichs V11. in seinem Palaste vortrefflich und sehr kunstvoll habe malen lassen. Sind auch diese Bilder zu Grunde gegangen, so haben sich doch die Entwürfe zu ihnen erhalten. Dieselben sind einem für Balduin angefertigten Buche mit Abschriften wichtiger Urkunden beigeheftet, das im Provinzialarchiv zu Koblenz aufbewahrt wird. Es sind eben nur Skizzen, zu idem Zwecke gemacht, vor der Ausführung im großen dem Besteller zur Einsicht vorgelegt zu werden; sie sind mit kräftigen Strichen sehr deutlich hin: gezeichnet; nur einzelne sind ganz farbig ausgemalt, die meisten bloß flüchtig koloriert, jedoch mit bestimmter Angabe der Farbe an denjenigen Stellen, wo dieselbe nicht der Willkür des Malers überlassen bleiben konnte, bei Wappen, Bannern und dergleichen. Wie sorglich die geschichtliche Treue gewahrt wurde, geht aus einigen bei den Entwürfen gemachten Randnotizen hervor; so hat der Erzbischof bei einem Bilde, welches ihn selbst im Schlachtgetümmel darstellt, wie er einem italienischen Ritter den Schädel spaltet, anmerken lassen, daß dieser Ritter nicht, wie auf der Skizze zu sehen ist, das Haupt mit einem geschlossenen Helm bedeckt gehabt habe, und daß dessen Streitroß ein Rappe gewesen sei. Als bloße Entwürse sind die Bilder nicht besonders sorgfältig ausgeführt, aber die Schilderung, welche sie von den Begebenheiten, besonders von den Ereignissen des Rön1erzugs geben, ist ungemein anschaulich CAbb. 275J. Eine untergeordnete Gattung geschichtlicher Gemälde war diejenige, welche der öffentlichen Schaulust durch Abbildung von Tagesereignissen diente. Eine solche Schilderei wird in Regensburger Berichten vom Jahre 1429 erwähnt. Ju diesem Jahre kam Kaiser Siegmund nach Regensburg zum Zwecke einer GerichtssiHung; die Anwesenheit des kaiserlichen Herrn hatte viel Volk in die Stadt gezogen, Und Musikanten und fahrende Leute bemühten sich, die Menge aufs beste zu unterhalten; da wurde unter anderm auch ein Gemälde gegen Geld gezeigt, auf dem zu schauen war, ,,wie die Jungfrau Cvon OrleansJ in Frankreich gefochteu hakt. Wir müssen uns solche schnell gemalten, jedenfalls nicht auf einer Holz: Tafel, sondern auf einer großen Leinwand ausgeführten Bilder in der Art der späteren Mordgeschichten vorstellen, nur daß sie, von dem allgemeinen kiinst: lerischen Stil der Zeit getragen, unvergleichlich viel besser waren. Die Darstellnngen ritterlichen Lebens waren nicht auf Wandge1nälde, Teppiche