Bestrebungen Künftlerische der Urzeit. Besitztum des Verstorbenen. Diese Töpfe von verschiedenartigster Größe und Gestalt zeigen häufig eine kraftvolle Schönheit des Umrisses; die vorkommenden Verzierungen sind allereinfachster Art: Reihen von Punkten, eingerihte Zickzack:, Wellen: und Spirallinien, Kreise und Bogen umziehen in wagerechter Richtung den Hals und Bauch des Gefässes CAbb. U. Höher als die Thonbildnerei entwickelte sich schon in vorgeschichtlicher Zeit dasjenige Handwerk, welches mehr als alle andern in Ehren,stand, welches dem Krieger seinen stolzesten Schmuck, dem Häuptling die köstlichsten Geschmeide lieferte, mit denen er die Getreuen seines Gefolges belohnte: die Kunst der Gold: und Wafsenschmiede. Das mythische Vorbild derselben, Wieland, Wates Sohn, der bei kunstreichen Zwergen in die Lehre gegangen war, wurde von allen Stämmen der großen germanischen Völkerfamilie gefeiert, jedes hervor: ragend schöne und berühmte Schmuck: oder Wafsenstück wurde auf ihn zurück: geführt, bei Deutsihen, Skandinaviern und Angelfachsen blieb seine Name bis spät in das Mittelalter hinein in Sagen und Liedern lebendig. So hohes Ansehn genoß die Schmiedekunst, daß die Vornehmsten es nicht verschmähten, diese geschätzte Fertigkeit zu erlernen; Siegfried schmiedet sich selbst das unüber: windliche Schwert. Auch die Römer bewunderten die glänzende Erscheinung der in vollem Waffenschmuck heransprengenden cimbrischen Reiter. Wie seltsame Tierköpse mit fürchterlich gähnendem Rachen waren deren Helme geformt; mit dieser Eigentiimlichkeit des Kopfschmucks stimmt es auffallend überein, daß auch in den Liedern der Angelfachsen, welche diese zum Teil Haus iihrer deutschen Heimat mitbrachten, der Helm häufig ,,goldner EberH, ,,EberbildU und ,,Eber: fThmucktt genannt wird. Auf uns sind nur spärliche Reste von Schutz,wafsen aus der Urzeit ge: kommen. Desto reichlichere Ausbeute liefern die Gräber an Angrisfswafsen, Streitäxten, Kolben, Schwertern, Messern und Lanzenspit;zen, sowie an ehernem, bisweilen auch goldnem und silbernem Schmuck der Krieger und Frauen. Manche dieser Gegenstände, namentlich solche, deren zierliche Bearbeitung mit den unvollkommenen Werkzeugen im Widerspruch steht, die mit ihnen. zusammen gefunden wurden, mögen freilich zu einer Zeit, als den Bewohnern Germaniens die Zubereitung der Metalle noch kaum bekannt war, auf dem Seewege von den Phöniziern, manche von andern asiatischen Kaufleuten auf der uralten Handelsstraße, welche das Schwarze mit dem Baltischen Meer verband, als Gegen: stände des Tausihhandels eingeführt worden sein, manche auch von den Etruskern herrühren, durch Vermittelung der Bewohner Rhätiens erworben: die meisten der zC1hllosen Arm:, Hals: und Knöchelspaugen, der Brust: und Haarzierdeu, der Schnallen, Nadeln und Gewandhafteln, der Gürtel: und Pserdegeschirrbeschläge UUd der Waffenstiicke, welche überall in Deutschland sich unter der Erde finden, Flüssen aber unbedingt als einheimisches Erzeugnis betrachtet werden. Es läßt l1ch eine gewisse Entwickelung des Verzierungsgeschmackes an diesen Erzeugnissen fV,ühgermauischen Kunstgewerbes erkennen, von jenen einfachen Punktreihen und L1nienzügen an, welche auch die Thonwarcn zeigen, bis zu reichen, wohl: 1Ikc