die Reaktion gegen Regierung Salomo7s. 639 seines Vaters erschütterte. Hatten die Jsraeliten vor David und. Salomo in ziemlich ungebundener Weise gelebt, so wurden sie jetzt durch eine starke Krone beherrscht; an die Stelle des patriarchalen Ansehens der Aeltesten nnd Stammhäupter, deren Rechtsspruch sie ehedem gesucht hatten, war die Gewalt königlicher Amtleute getreten, welche ihre Macht willkürlich genug gebrauchen mochten; wenn sie ehedem als freie Leute unter ihrem Weinstock und Feigenbaum auf ihren Hufen gesessen, so waren sie jetzt gezwungen zu zinsen, zu steuern und Frondienste zu thun. Konnte der Stamm Juda die neuen Lasten tragen, weil er die Vortheile der neuen Institutionen genoß, weil der König ihm angehörte, weil die Hauptstadt und der Tempel in seinem Gebiete lagen, so waren dagegen die Interessen der übrigen Stämme um so schwerer verletzt. Vor den andern mußte sich der Stamm Ephraim znrückgesetzt fühlen. In ihm lebte das Andenken Josua7s, das Gedächtnis; der Erobernng des Landes fort, er hatte einst die Bor1nacht besessen, auf seinem Gebiete hatte die Lade Jehova7s gestanden. Jeht war die Vormacht bei Jnda, bei dem Stamme, weis cher den Philistern lange gehorcht hatte, die heilige Lade stand zu Je: rnsalem und die alten Opferstätten waren verlassen. Salomo7s Re: giernng war ohne den nachhaltigen Eindruck geblieben, welchen vor ihm Davids kräftiger Arm hinterlassen hatte, das Königthu1n stand als Institution noch nicht so fest, daß die Krone ohne Weiteres auf Salomo7s Erben übergegangen wäre. Nicht die Zwiste der Söhne sSalomo7s, nicht Jntriguen des Harems bedrohten diesmal die Thron: folge; die Jsraeliten erinnerten sich ihres Rechts, den König zu wählen. Auf dieFKunde von Salomo7s Tod strömte das Volk nicht nach Je: rusalem, sondern nach seiner alten Malstätte zu Sichem C978 V. Chr.J. Nur große Klugheit und Vorsicht hätten unter diesen Umständen vermocht, Salomo7sH ältesten: Sohne, welchen ihm die Ammonitin Naama geboren, dem Rehabeam, die Krone zu sichern. Rehabeam war bereits zu feinen Jahren gekommen; er stand beim Tode des Vaters im ein und vierzigften Lebensjahre. Er begriff, daß er der Bersammi lnng in Sichem nicht unthätig zusehen dürfe, wenn er sie nicht mit Gewalt sprengen könne. So machte er sich auf den Weg nach Siche1n. Eine Abordnung des Volkes kam ihm entgegen nnd sprach: ,,Dein Vater hat unser Joch hart gemacht, erleichtere du nun den harten Dienst deines Vaters nnd das schwere Joch, das er auf uns gelegt hat; dann wollen wir dir nnterthäuig sein.u Rehabeam versprach