UmfanLI und Bedeutung des Uffhrifchen Reichs. Der Herrschaft der chaldaeischen Dynastie, welche vier und ein halbes Jahrhundert hindurch über Babylouien geboten, welche das Reich zu großer Blüthe und Bildung erhoben hatte, war im Jahr 1485 lirte Frage zu lösen. Man hat zu bestimmen versucht von welchem der Meder, Könige Herodots die Herrschaft der Meder in Asien zu rechnen sei, ob von Dejokes, von Phraortes oder erst von Kyaxares; und da nun die von Herodot zugleich übers lieferten Zeiten für die einzelnen Könige der Meder sich weder in eine Gesammts summe von 12s noch in eine Gesan1mtsumme von 1o0 Jahren fügen wollten, so ist vorgeschlagen worden die von Herodot angegebenen Regiernugszeiten des Phras ortes und Dejokes zu vertauschen, dem Phraortes die 53 Jahre des Dejokes, dem Dejokes die zwei und zwanzig des Phraortes zu geben. Da Astyages nach Herodot 35, Kyaxares 40, Phraortes 22 Jahre regiert, so erhält man allerdings, wenn dem Phraortes statt 22 53 Jahre gegeben werden, von dessen erstem Jahre bis zum letzten des Astyages 128 Jahre, von welchen dann die 2s Jahre der Skythen Noth abzusetzen wären CBrunciis assyriakum komm tempoka emendata p. II. Ich will davon absehen, daß die iiberlieserten Zahlen mit dem Synchronismus der Hei braeer stimmen. Herodot läßt den Phraortes im Jahre 055 den Thron besteigen nnd zuerst die Perser unterwerfen; die Hebraeer lassen Asfarhaddon Css667J noch Perser nnd Daher nach Jsrael verpslanzen. Giebt man dem Phraortes 53 Jahre, so hätte seine Re: gierung bereits 6s8 begonnen. Aber die Herrschaft der Skythen liegt weder am Anfang noch am Ende der medischen Periode Hekodots, sondern in der Mitte derselben zwischen e334 oder sag bis soc; oder 6o5. Herodot giebt die Bestimmung für die Herrsshaft der Meder aus keinem andern Grunde, als um das für seine Chroi uologie unentbehrliche Jntervall zwischen der Herrschaft der Assyrer und der Perser festzustellen. Wie er die Zeitrechnnng für Kleinaßen feststellt, indem er der Dyi nastie der Mermnaden c5 Geschlechter 17o Jahre; die der Herakliden voranstellt t22 Geschlechter 5o5 JahreI, dieser wieder die Herrschaft der Nachkommen des Attys: so mußte er aneh für das obere Asien verfahren. Er konnte die Zeiten der Assyrer nicht bestimmen, ohne den Zwischenraum auszufüllen zwischen dem Aufs hören der assyrischen Herrschaft und dem Siege des Kyros über die Meder. Dieser Zwischenraum ist für Herodot die Herrschaft der Meder d. h. die Periode in weli iher die Meder das siegende und mächtige Volk in Auen sind. Die 520jiihrige Herrschaft der Assyrer endet für Herodot mit dem Abfall der Meder und in diesem rhronologisihen Zusammenhange mußte ihm der Abfall der Meder auch der Anfang ihrer Herrschaft sein. Die Regiernngszeiten der einzelnen Herrscher bei Herodot U, 102. 106. 130J ergeben die Gesa1umtsumme von 15o Jahren. Hinter dieser Summe bleibt die Angabe der medischen Periode mit 128 Jahren um 22 Jahre zurück; werden die 28 Jahre der Skythenherrschaft denselben hinzngerechnet, so ers giebt sich ein Ueberschuß von 6 Jahren über die Summe der Regierungszeiten. Ja diesem Ueberschuß liegt indeß keinerlei Schwierigkeit, da Herodot selbst eine Anardhie vor die Thronbesteignng des Dejokes legt. Daß diese kEkUO Rings NR konnte, wenn die Meder der Herrschaft der Assyrer nicht bald wieder anheimsallen sollten, daß sie einer einheitliöhen kräftigen nnd lriegerische11 FühVUUtJ VI SiUEM is schweren Kriege dringend bedurften, leuchtet ein; vgl. Bd. ll. Des Ktesias über Dejokes hinausgehende Lisie macht diese Anarchie gar nicht bemerkbar. Jene sechs Jahre der Anarchie würden zwischen der ersten Wafsenerhebung der Meder gegen Assyrien und der Thronbesteigung des Dejokes Uns; liegen. Auch bei Eusebios und