454 Zeitbeftimm1n1g. Unsere Untersuchung ergiebt demnach, daß zwar nicht die Griins dung des assyrischen Staates, aber doch der Anstoß für die erobernde Tendenz dieses Staates, der Anstoß zur Ausbreitung der Herrschaft dieses Staates über einen großen Theil Asiens von einem kriegerischen Fürsten gegeben worden ist, nach dessen Namen auch die Haupts stadt des Reiches genannt worden sein soll, daß diesem eine Königin von Thatkraft und Kühnheit auf dem Throne des erweiterten Reiches gefolgt ist. Versuchen wir nun, die Zeit zu bestimmen, welcher dieser Be; ginn der asshrischen Herrschaft angehört. Der Herrschaft der Asshi rer war die der Meder gefolgt. Nach der Rechnung des Ktesias war das medische Reich im Jahr 564 V. Chr. gefallen1J; seine Liste der medisihen Herrscher ergab eine Gesammtsumme von 320 Regiernngsi jahren7I. Die Herrschaft der Meder hatte danach im Jahre 884 V. Chr. begonnen. Da nun vor dieser dreißig Könige der Assyrer, die Ktesias zu nennen wußte, 1306f Jahre hindurch über Asien ge: herrscht hatten, so fiele das erste Jahr des Ninos.nach dem System des Ktesias in das Jahr 2190 v. Chr. Dieses System ist unhalts bar. Die Bücher der Hebraeer, die Fragmente des, Berosos, der astronomische Kanon lassen keinen Zweifel, daß der Sturz des assys rischen Reiches nicht im Jahre 884 v. Chr. sondern erst im Jahre 606 V. Chr. erfolgt ist. Damit fällt dessen Anfang nach der Zahl des Ktesias für die Dauer desselben in das Jahr 1912 v. Chr. Eine Zahl von dreißig Herrschern konnte nicht dreizehn Jahrhunderte mit ihren Regierungen ausfüllen. Dreißig Generationen nehmen höchstens einen Zeitraum von 750 Jahren in Anspruch und die Dauer Von dreißig Regierungen muß auch noch hinter dieser Zahl von Jahren erheblich zurückbleiben. Die Zahl des Ktesias kann den1s nach in keinem Falle für den Zeitraum von Ninos bis zum Falle des Reichs, für die Zeit der asshrischen Herrschaft eine Geltung bean: sprachen; man kann dieselbe nur für die Gesamtntdaner des. asshrii schen Reiches Von seiner ersten Gründung bis zum Untergange vers stehen3J. U M. Niebuhr Afsnr nnd Babel S, 293. 2J Wenn nämlich dem letzten König, der bei Herodot nur 35 Jahre regiert, die 38 Jahre der Chro11ographeu zugetheilt werden. Z; Für die König8liste des Ktefcas und deren Enociterungen durch Kastor und Eusebio6 beziehe ich mich auf die schönen Erörterungen M. Nies buhr6 a. a. O. 297. :z17. Den Unterabtheilungen, welche Nieb11hr seiner Wieders herstellung gegeben, vermag ich indes nicht beizustimmen. Ebensk:.wenig wie die Gefamu1tzeit Von 1306 Jahren von Ninos bis SarakvS haben vie Einzelpos1en