der Lykier. Kj1ltus 417 Die Lhkier saßen in einem fest umgrenzten Gebiete von sehr bestimmten plastischen Formen. Der Tauros, der hier bis zur Höhe von 10,000 Fuß emporsteigt, senkt sich in Schneefeldern und Alpen: weiden zum Thale des Xanthos; die Seitenwände desselben, die Berge des Kragos nnd Antikragos sind schön bewaldet und von rauschenden Bächen durchzogen. Von der Höhe des Thals reicht der Blick bis zur Mündung des Xanthos über die iippige Vegetation der Ebene bis zum Meere hinab. Für fremde Anregungen und Vorbilder empsäng: lich haben die Lykier dieselben in eigenartiger Weise zu entwickeln verstanden. Das Alter der lhkischen Kultur wird nicht sehr hoch hinaufgeriickt werden dürfen. Da ihre Schrift nach dem Ausweis der Denkmale von den Griechen entlehnt ist Csie haben derselben einige neue Zeichen hinzugefügtJ, da die Griechen selbst ihre Buchstaben erst im neunten Jahrhundert von den Phoenikern lernten, konnten die Lhkier dieselben frühstens im achten Jahrhundert von den Griechen übernehmen. Dagegen gestattete die feste von hohen Bergzügen ge: schätzte Lage ihres Landes den Lhkiern eine ungestörtere Entwickelung als den übrigen Stii1nmen Kleinasiens. Die Einfälle der Kimmerier und Treren werden das Thal des Xanthos nicht verwüstet haben; von allen Stämmen diesseit des Halys wurden die Lhkier den Lhdern nicht unterthan. Die Monumente beweisen, daß auch die Herrschaft der Perser den Fortgang der lhkischen Kunst nicht unterbrochen hat. Aber die Denkmale Lykiens aus der persischen Zeit geben zugleich den Be: weis, daß die rasch fortschreitende Kunst der Griechen die der Lhkier schon im vierten Jahrhundert v. Chr. iiberwältigte. Das schönste Denkmal Lhkiens, das Grab des persischen Statthalters .Harpagos aus der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts zeigt fast durchaus griechische Formen. Das angesehenste Heiligthum in Lhkien war der Tempel des S0UUEU8Vkkeö zu Patara auf dem südlichen Abhang der Daedala: berge. Hier hielten die Lykier dem Sonn,engotte, dessen charalteristisches Zeichen bei den Semiten die Ueberwältignng des Löwen ist, gezähmte Löwen; die Priesterin wurde in einer gewissen Nacht im Tempel ein: geschlossen, um den Besuch des Gottes zu erwarteniJ. Münzen der lhkischen Stadt Mhra zeigen die heiligen Steine der Semiten und eine weibliche Gestalt neben derselben2J. Den Griechen der alten II Herob. 1, 182. Strabon p. soc. serv. 11ua1ismatique F. IS. l. 2. Damm, Geschichte des A1terthums 1. s. Aufl. ad Aen. 4s Ists. 27 2J Roms