Babylouien. 189 Ausläufer dieses öden Hügellandes hinter sich gelassen, da wo die beiden Flüsse am näihsten zusammentreten etwa hundert Meilen oberhalb ihrer Mündung beginnt eine weite Ebene von braunem nnd fettem Boden, welche der Euphrat ruhig durchfließt, während der Tigris in schmaleretn oft durch Felsen verengten Bette und durch die starken Zuflüsse, welche von dem Westrande des Hochlandes von Jran herabströmen, verstärkt, rasch zum Meere hinabeilt. Trotz seines trefflichen Bodens würde dieses Niederland ohne Frueht bleiben, da der Regen fehlt, wenn nicht beide Flüsse alljährlich, sobald der Schnee der armenischen Berge schmilzt Am Mai und JuniJ, weit über ihre Ufer austräten nnd das Land dadurch für den Sommer bewässerten. Doch verläuft diese Ueberschwemmung bei weitem nicht so friedlich nnd regelmäßig wie die des Nil. QftnIals wirft der Tigris statt befruehtender Wasser verheerende Fluten über die Ebene nnd vers wandelt dieselbe bis zu dem sumpsigen Delta an seiner Mündung in einen breiten wogenden See. Dieses Niederland am Euphrat und Tigris begünstigte durch seinen einfachen Bau, im Jnnern ohne alle hemmenden Schranken, die Bildung eines größeren Reiches und ließ es kaum weniger als das Thal des Nil an Reiz und Nöthiguug zu einem kultivirten Leben fehlen. Die alten Schriftsteller rühmen die Fruchtbarkeit und den natürlichen Reichthum dieser Ebene. Während jenseit des Euphrat, sagt ein babhloniscl;er Geschirhtsschreiber von seiner Heimat, das Land nach Arabien hin ohne Wasser und Frucht sei, und jenseit des Tigris bergige aber fruchtbare Gegenden lägen, wüchsen im Lande zwischen den Strömen Weizen nnd Gerste, Linsen nnd Bohs neu und Sesam wild empor, sogar in den Sü1npfen und im Schilf des Flusses finde man nahrhafte Wurzeln in Fülle, ebenso gut zum Unterhalt wie die Gerste. Dazu gäbe es Datteln und Aepfel und verschiedene andere Früchte und viele Fische und Vögel des Landes und. des Sumpfes II. Herodot rühmt den Reiehthum des Landes an Getreide und Palmen in den stärksten Ausdrücken7J, Xenoi phon bewundert die Größe nnd Schönheit seiner DattelnsJ. Noch heute geben die Palmenwälder, welche den unteren Lauf der beiden Flüsse ununterbrochen begleiten, Datteln. in Fülle nnd bilden mit ihren schlanken Stämmen und ragenden Wipfeln den malerischen Schmuck V Bewies bei s. Synkellvs ps Guts. .Derodot 2s. ss II II US. D ad