66 König Menes. größeren Ganzen, welches das Flnßthal etwa Von der westlichen Wem dung des Nil bei Denderah bis hinab zu den Miindungen unter einer Herrschaft zusammenfaßte, von dem oberen Lande, von einem Fürsten von This ausgegangen ist. Seinen Mittelpunkt erhielt dieses neue Staatsleben jedoch im unteren Lande. Die Erbauung von Mem: phis wird dem Menes zngeschrieben. Er soll den Nil, der bis dahin an der libyschen Bergkette hingeflossen sei, nach Osten zu abgedäm1nt, die Stadt Memphis auf dem neugewonuenen Boden erbaut nnd den Tempel des Ptah, das älteste Heiligthu1n der Stadt es war stets das erste Aeghptens errichtet haben. Er soll ferner die Verehrung der Götter, die Darbringung der Opfer gelehrt oder geordnet und dem Lande das erste Gesetz gegeben haben. Nachdem Menes 62 Jahre geherrscht, sei ihm sein Sohn Athotis gefolgt. .Wenn von diesem berichtet wird, daß er die Königsburg von Memphis erbaut habe, so mag dieser Angabe die Thatsache zu Grunde liegen, daß der Herrscher: sitz des neuen Staates frühzeitig von This nach Me1nphis verlegt worden ist1J. Die Lage von Memphis, gerade an der Stelle, wo das geschlossene Flußthal endet nnd das Delta sich öffnet, machte diese Stadt zum Sitze einer Herrschaft, welche die Küste wie den größeren Theil des oberen Thals Umfaßte, in hohem Maße geeignet. Für die Zeit der Gründung dieser Herrschaft haben wir oben das Jahr 3233 v. Chr. angenommen. Daß die Tradition dem ersten Fürsten des neuen Reiches die Ordnung des Gottesdienstes, des Gesetzes zuschreibt, bedarf keiner Erklärung. Wenn Menes zugleich große Waffer:nnd Tempel: bauten ausgeführt haben soll, so ist es begreiflich, daß die Leistungen, in welchen ein Volk besonders hervorragt, gleich den Anfängen des Staates, den Gründen: desselben, den Vorbildern der nachfolgenden Herrscher zugeschrieben werden. Ein neues Staatsleben bedarf eines neuen Mittelpunkts und pflegt sich diesen früher oder später zu schaffen. Daß der Lauf des Nil oberhalb Men1phis künstlich nach Osten gewendet ist, haben neuere Untersuchungen bestätigt2J; wenn dies auch nicht bei der ersten Anlage der Stadt geschehen, vielmehr erst durch das Anwachsen derselben nothwendig geworden sein wird. Das Heiligthnn1 des Gottes, der am höchsten in Unteraeghpteu ver: ehrt wurde, der als der Vater der Götter galt, konnte kein anderer als der Vater der Könige erbaut haben. Nach Diodors Bericht war es indeß nicht Menes, der Memphis Herod. Diodor 2J Zs Linant.s. die