Z11orfragen. JLet1t1etIsrlJe 287 zu verfehlen. Das Wesen des Geschmacks zeigt sich übrigens am deutlichsten da wo dieser für sich allein schafft und das Dekoratioe hervorbringt, das alle äußeren Erfordernisse des Kunstwerks haben kann, wenn ihm auch die innere Bedeutung, die belebende Idee abgeht. Der Geschmacksbegriff ist freilich der Aesthetik etwas widerstrebend, weil er immer einen subjektiven Bodensatz zurückläßt der sich von dem Scheidewasser des objektiven Begriffs nicht ganz auflösen lassen will. Dieß ist jedoch nicht die Schuld der Aesthetik, denn überall wo der Gedanke in den Bereich der Empfindung tritt, entsteht ein subjektiver Ueberschuß der keine logische Verbindung mehr eingeht. Auch beim vollendetsten Kunstwerke werden Einzelheiten des Vortrags nicht mit absoluter Nothwendigkeit aus der Entwicklung der Idee hervorgehen, sondern nur durch die Individualität des Meisters bestimmt er: scheinen. So mag die Sprache einen Gedanken vers schieden stylisiren, ohne seinen logischen Inhalt zu verändern, aber mit kleinen Schattirungen im Auss drucke die sich nur durch das Gefühl bestimmen lassen. Eben deßhalb kann auch das ästhetische Urtheil nicht in allen Einzelheiten logisch begründet oderrwiderlegt